Studie der Europäischen Kommission zur umweltgerechten Gestaltung des Programms Kreatives Europa
IRIS 2023-7:1/15
Amélie Lacourt
Europäische Audiovisuelle Informationsstelle
Auf europäischer Ebene werden der Kultur- und der audiovisuelle Sektor durch das von der Europäischen Kommission eingerichtete Programm Kreatives Europa gefördert. Das Programm gliedert sich in die beiden Aktionsbereiche KULTUR und MEDIA und wird von einem dritten, SEKTORÜBERGREIFENDEN Aktionsbereich flankiert. Ziel ist es, in Maßnahmen zu investieren, die die kulturelle Vielfalt stärken und auf die Bedürfnisse und Herausforderungen beider Sektoren reagieren, indem sie zu ihrer Erholung beitragen und ihre Bemühungen um mehr Integration, Digitalisierung und ökologische Nachhaltigkeit verstärken. Ökologische Nachhaltigkeit ist eine neue Priorität, da das vorherige Programm (2014-2020) in seiner Rechtsgrundlage keine Anforderungen für umweltgerechte Gestaltung enthielt.
Als Teil einer Antwort auf die Entschließung des Europäischen Parlaments, in der wirksame Maßnahmen zur „umweltgerechten Gestaltung“ von Erasmus+, Kreatives Europa und des Europäischen Solidaritätskorps gefordert werden, veröffentlichte die Kommission am 24. Mai 2023 eine Studie darüber, wie das Programm Kreatives Europa umweltgerechter gestaltet werden kann. Die Studie wurde von der Generaldirektion Bildung, Jugend, Sport und Kultur (GD EAC) in Auftrag gegeben und in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien (GD CNECT) erstellt. Sie umfasst das vorherige Programm Kreatives Europa 2014-2020 und die ersten beiden Jahre des aktuellen Programms. Zu den Methoden, die für diese Studie verwendet wurden, gehören eine dokumentenbasierte Bestandsaufnahme grüner Projekte, eine Umfrage bei den Begünstigten, um zu bewerten, inwieweit Projekte, die durch das frühere Programm Kreatives Europa gefördert wurden, ihre Aktivitäten umweltgerechter gestaltet (interne umweltgerechte Gestaltung) und zum Mainstreaming von Klimamaßnahmen beigetragen haben (externe umweltgerechte Gestaltung), sowie Konsultationen mit Interessengruppen.
Die Methoden zur Bewertung der „umweltgerechten Gestaltung“ von Projekten umfassen insbesondere die Vergabe von Punkten. Die grünen Aspekte von Projektvorschlägen, die im Rahmen des aktuellen Programms Kreatives Europa eingereicht werden, werden auf Grundlage ihrer Relevanz und Qualität bewertet. „Anträge, die sich auf Ausschreibungen im Rahmen des Aktionsbereichs MEDIA beziehen, können bis zu fünf der insgesamt für das Kriterium ‚Relevanz‘ zu vergebenden Punkte erhalten, wenn sie Strategien enthalten, die sicherstellen, dass Projektaktivitäten auf nachhaltige und umweltverträgliche Weise durchgeführt werden“. In den meisten MEDIA- und SEKTORÜBERGREIFENDEN Ausschreibungen erhielten die Teilnehmer fünf Punkte. „Beim Kriterium ‚Qualität‘ müssen die Projektanträge zeigen, wie die Antragsteller die unter dem Kriterium ‚Relevanz‘ aufgeführten horizontalen Prioritäten angehen werden.“
Die Studie enthält auch eine Reihe von Empfehlungen, die in drei separaten Teilen erfasst sind:
eine Strategie zur umweltgerechten Gestaltung, in der Bereiche ermittelt werden, in denen Handlungsbedarf besteht, und in der Empfehlungen ausgesprochen werden, was praktisch getan werden könnte, um das Programm Kreatives Europa in absehbarer Zeit „umweltgerechter“ zu machen. In diesem Abschnitt werden die Vision, die Ziele, der Umfang und die Zielgruppen der Strategie, die Herausforderungen und Chancen einer umweltgerechten Gestaltung, die nächsten Ansätze und die empfohlenen Maßnahmen dargelegt. einen Leitfaden für gute Umweltpraktiken, der einen umfassenden Überblick über bestehende gute Umweltpraktiken bietet, die aktuellen und potenziellen Begünstigten des Programms Kreatives Europa bei der Beantragung und/oder Durchführung ihrer geförderten Projekte empfohlen werden. Die fünf hervorgehobenen Schlüsselpraktiken sind Entwicklung einer Umweltpolitik/-strategie, Entwicklung eines Aktionsplans, Verknüpfung des Informationsflusses zur Umweltpolitik der Organisation oder des Projekts mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen, Teilnahme an Veranstaltungen zum Austausch von Informationen über Praktiken zur umweltgerechten Gestaltung sowie Investitionen in den Aufbau umweltgerechter Kapazitäten von Mitarbeitern, die in Projekten des Kreativen Europa arbeiten oder arbeiten möchten. einen Monitoring-Leitfaden zur umweltgerechten Gestaltung des Programms, der einen Vorschlag für Nachhaltigkeitsindikatoren (oder grüne Indikatoren) enthält, mit denen die Fortschritte des Programms Kreatives Europa und sein Beitrag zu den Zielen des Europäischen Grünen Deals gemessen werden könnten. Zu diesen Indikatoren gehören unter anderem die Anzahl und der Anteil der geförderten Projekte, die eine Strategie zur umweltgerechten Gestaltung melden, die Gesamtzahl und der Anteil der geförderten Projekte, die angeben, klimaneutral zu sein, die Anzahl und der Anteil der geförderten Projekte, die Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele fördern, aufgeschlüsselt nach Vorhaben/Maßnahmen, Programmschwerpunkten, usw.Die von der Europäischen Kommission ergriffene Maßnahme steht daher im Einklang mit dem Ende 2019 verabschiedeten Europäischen Grünen Deal, der durch eine Reihe von Initiativen unter Federführung der Europäischen Kommission vorgibt, wie Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent werden soll.
Die Europäische Kommission wird darüber hinaus die Entwicklung eines EU-Kohlenstoffemissionsrechners für den audiovisuellen Sektor im Rahmen des Programms Kreatives Europa - MEDIA unterstützen (EUR 650.000). Mit dieser Initiative strebt die EU eine Standardisierung der Messung des CO2-Fußabdrucks auf der Grundlage gemeinsamer Daten und Berechnungsregeln an, die eine bessere Vergleichbarkeit als die derzeitigen Initiativen auf nationaler Ebene im Rahmen einzelner Methoden ermöglichen.
Die Ausschreibung läuft bis zum 31. Juli 2023 und der Dienstleistungsvertrag hat eine Laufzeit von maximal 48 Monaten bis Ende 2026, was mit dem Ende des Programms Kreatives Europa 2021-2027 zusammenfällt.
Referenzen
- European Commission, Directorate-General for Education, Youth, Sport and Culture, Kruger, T., Mohamedaly, A., Muller, V.et al., Greening the Creative Europe Programme – Final report, Kruger, T.(editor), Mohamedaly, A.(editor), Muller, V.(editor), Rodriguez, A.(editor), Feifs, T.(editor), Buiskool, B.(editor), Publications Office of the European Union, 2023
- https://data.europa.eu/doi/10.2766/625636
- Europäische Kommission, Generaldirektion Bildung, Jugend, Sport und Kultur, Kruger, T., Mohamedaly, A., Muller, V. et al., Greening the Creative Europe Programme - Final report, Kruger, T. (Hrsg.), Mohamedaly, A. (Hrsg.), Muller, V. (Hrsg.), Rodriguez, A. (Hrsg.), Feifs, T. (Hrsg.), Buiskool, B.(Hrsg.), Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, 2023
- European Green Deal
- https://commission.europa.eu/strategy-and-policy/priorities-2019-2024/european-green-deal_en
- Europäischer Grüner Deal
- European Commission will support the development of an EU carbon emissions calculator for the audiovisual sector
- https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/funding/european-commission-will-support-development-eu-carbon-emissions-calculator-audiovisual-sector?pk_source=ec_newsroom&pk_medium=email&pk_campaign=Shaping%20Europe%27s%20Digital%20Future%20website%20updates
- Europäische Kommission wird die Entwicklung eines EU-Kohlenstoffemissionsrechners für den audiovisuellen Sektor unterstützen
Dieser Artikel wurde in IRIS Rechtliche Rundschau der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle veröffentlicht.