Albanien

[AL] Medienregulierungsbehörde fordert Ausstrahlungsstopp für Fernsehspot

IRIS 2014-4:1/5

Ilda Londo

Albanisches Medieninstitut

In einer Stellungnahme vom 27. Februar 2014 hat die Autoriteti i Mediave Audiovizive (Audiovisuelle Medienbehörde - AMA) die Rundfunkveranstalter in einer Stellungnahme aufgefordert, die Ausstrahlung eines Spots unverzüglich einzustellen. Der Mobilfunkanbieter Vodafone hatte darin für ein Angebot geworben, das einen 3G-Internet-Anschluss und Mobilfunk-Netzzugang beinhaltet.

Nach Auffassung der Medienbehörde beeinflusst der Werbespot Kinder und Minderjährige, da er diese als Zielgruppe anspricht und zum Kauf des von Vodafone in Albanien angebotenen Mobiltelefons samt 3G-Anschluss veranlasst. Die Behörde vertritt den Standpunkt, dass Werbung mit derartigen Inhalten die in Art. 42 des Gesetzes 97/2013 über audiovisuelle Medien und in Punkt 8.4 des Rundfunkkodex verankerten Grundsätze verletzt. Nach den Bestimmungen des Gesetzes dürfen „audiovisuelle kommerzielle Mitteilungen Minderjährige nicht direkt und unter Ausnutzung ihrer Unerfahrenheit oder Gutgläubigkeit zum Kauf oder zur Anmietung eines Produktes oder einer Dienstleistung auffordern; sie dürfen sie nicht direkt ermuntern, ihre Eltern oder andere Personen zum Kauf der beworbenen Güter oder Dienstleistungen zu überreden; ebenso wenig dürfen sie das spezielle Vertrauen Minderjähriger in ihre Eltern, Lehrer oder andere Personen ausnutzen und Minderjährige gefährlichen Situationen aussetzen “.

Punkt 8.4 des Rundfunkkodex besagt, dass „Werbung Minderjährige nicht zum Kauf von Produkten oder Dienstleistungen drängen sollte, indem sie sie auffordert, Eltern oder andere Verwandte direkt zu bitten, diese Produkte oder Dienste zu erwerben, oder indem sie die Position der Kinder gegenüber Eltern, Lehrern oder anderen ihnen nahe stehenden Personen ausnutzt“.

Vor diesem Hintergrund forderte die AMA die Veranstalter auf, von der weiteren Ausstrahlung des Spots abzusehen. Andernfalls, so drohte die Behörde, sehe sie sich zur Einleitung der gesetzlich vorgesehenen Strafmaßnahmen gezwungen.


Referenzen


Dieser Artikel wurde in IRIS Rechtliche Rundschau der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle veröffentlicht.