Spanien
[ES] Erhöhung der Beihilfen für das spanische Kino trotz Krise
IRIS 2009-7:1/17
Laura Marcos and Enric Enrich
Enrich Advocats, Barcelona
Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Lage sollen die Beihilfen für das spanische Kino erhöht werden. Ignasi Guardians, der neue Leiter des Instituto de la Cinematografia y de las Artes Audiovisuales (Institut für Film und audiovisuelle Künste - ICAA), hat die Erhöhung der Beihilfen für das spanische Kino um EUR 8,6 Mio. beschlossen.
Bemerkenswert ist, dass die Beihilfen nur sechs Monate nach ihrer Festlegung bereits so stark erhöht werden, insbesondere angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise, die den allgemeinen Haushalt belastet.
Der Fondo de Protección a la Cinematografía (Fonds zum Schutz des Kinos) hat für das Jahr 2009 bereits Zuschüsse in Höhe von EUR 88 Mio. erhalten, also EUR 3 Mio. mehr als im letzten Jahr, als die Krise noch nicht absehbar war. Zu dieser Summe kommen nun noch die EUR 8,6 Mio. für das ICAA hinzu. Außerdem stellen die Autonomen Gemeinschaften zusätzlich zu den Geldern des spanischen Staats EUR 11,5 Mio. an Beihilfen und Fördermitteln zur Verfügung.
Wie ursprünglich im vergangenen Dezember entschieden, waren die Fördermittel für die Förderung von Spielfilmdrehbüchern, für die Produktion von Kurzfilmen, für die Regie von Spielfilmen neuer Regisseure oder von experimentellen Werken mit künstlerischem oder kulturellem Inhalt, für Dokumentarfilme und Pilotfilme für Animations- und Unterhaltungsserien sowie für den Vertrieb von Filmen aus der Europäischen Union vorgesehen.
Trotzdem handelt es sich laut Ignasi Guardians nicht um eine Erhöhung der finanziellen Hilfen, sondern um eine „Umverteilung“. In jedem Geschäftsjahr wird nämlich eine Summe für Animationsserien sowie für Forschung und Entwicklung festgelegt. Werden diese Gelder aus unterschiedlichen Gründen nicht verwendet, werden sie als Beihilfen im Namen des ICAA für Spielfilme, Kurzfilme, Drehbücher und Vertrieb „umverteilt“. Die beiden letzten Kategorien beschränken sich nicht nur auf den Kinomarkt, sondern beziehen sich auf den audiovisuellen Markt insgesamt.
Referenzen
- Resoluciones de 13 de mayo de 2009, del Instituto de la Cinematografía y de las Artes Audiovisuales, BOE n 127, 26 de mayo de 2009
- http://www.boe.es/boe/dias/2009/05/26/pdfs/BOE-A-2009-8721.pdf
- Entscheidungen des ICAA vom 13. Mai 2009, veröffentlicht im spanischen Amtsblatt Nr. 127 vom 26. Mai 2009, abrufbar unter:
Dieser Artikel wurde in IRIS Rechtliche Rundschau der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle veröffentlicht.