Schweiz
[CH] Bericht zur Informationsgesellschaft
IRIS 2001-10:1/25
Oliver Sidler
Medialex
Die Koordinationsgruppe Informationsgesellschaft (KIG) legte ihren dritten Jahresbericht zum Stand der Informationsgesellschaft Schweiz vor. Demnach konnten auch im vergangenen Jahr große Fortschritte im Bereich e-Government, aber auch bei den rechtlichen Rahmenbedingungen für den e-Commerce und die digitale Signatur erzielt werden; so zum Beispiel im Rahmen von Projekten wie „e-TaxSwiss", „Guichet Virtuel" und „e-Voting". Zudem wurden verschiedene kleinere Projekte für den elektronischen Verkehr mit der Verwaltung initiiert. Mit der Verabschiedung der Botschaften für ein Bundesgesetz über die Zertifizierungsdienste im Bereich der elektronischen Signatur sowie über die Revision der Bundesrechtspflege wurden die nötigen VorZug kehrungen für die Anerkennung von digitalen Signaturen und für die Zulässigkeit von elektronischen Verfügungen getroffen.
Im Bildungsbereich wurde durch die „Public-Private-Partnership im Netz" ein gewaltiger Schritt nach vorne getan. Als neuen Schwerpunkt für ihre Arbeit im kommenden Jahr hat sich die KIG die Integration jener sozialen Gruppen gesetzt, denen tendenziell ein Ausschluss von der Informationsgesellschaft droht. Gemäß den Zielen des Bundesrates für eine Informationsgesellschaft Schweiz sollen alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz einen chancengleichen Zugang zu den Informations- und Kommunikationstechnologien haben. Zudem soll der technische und inhaltliche Umgang mit den Informations- und Kommunikationstechnologien zu einer Grundkompetenz des täglichen Lebens werden. Statistiken über den Zugang und die Nutzung des Internets in der Schweiz belegen aber, dass diese Forderung noch nicht erfüllt ist. So verfügen bisher beispielsweise Frauen, ältere Menschen, Bildungsferne und einkommensschwache Gruppen noch über einen vergleichsweise geringen Zugang zum Netz.
Referenzen
- 3. Bericht der Koordinationsgruppe Informationsgesellschaft (KIG) an den Bundesrat (30. April 2001)
Dieser Artikel wurde in IRIS Rechtliche Rundschau der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle veröffentlicht.