Schweiz

[CH] TV-Konzession für deutschen Privatsender

IRIS 1998-7:1/23

Oliver Sidler

Medialex

Der Bundesrat hat am 22. Juni 1998 der SAT. 1 Schweiz AG eine Konzession für ein sprachregionales Fernsehprogramm erteilt. Das Programm wird als Fenster auf dem Kanal des deutschen Programmes von Sat.1 ausgestrahlt und besteht hauptsächlich aus Live-Übertragungen von Fußballspielen der schweizerischen Nationalliga A und - zu einem späteren Zeitpunkt - auch aus Unterhaltungssendungen wie Gameshows. Die Konzession gilt bis Ende Juni 2008.

Für SAT.1 Schweiz besteht die Verpflichtung, Direktübertragungen von Fußballspielen, für welche sie nationale Rechte besitzt, auch auf Französisch und Italienisch in den entsprechenden Sprachregionen anzubieten. Zudem muß die Berichterstattung über aktuelle Fußballereignisse auch in den beiden anderen Landessprachen im Sinne eines eigenen sprachregionalen TV-Fensterprogrammes oder als Programmzulieferung angeboten werden. Im Sommer 1994 hatte der Bundesrat ein entsprechendes Gesuch für ein Programmfenster von RTL Schweiz abgelehnt. Diese Ablehnung hat jedoch den erhofften Schutz für das schweizerische Mediensystem nicht erbracht. Im vergangenen Jahr realisierten deutsche TV-Anstalten in der Schweiz insgesamt 86 Mio. Franken Bruttowerbeeinnahmen ohne eine publizistische Gegenleistung zu erbringen.

Der Bundesrat ist der Ansicht, daß sich ein solches Programmfenster rechtlich nicht verhindern lassen würde und eine Gutheißung des Gesuchs eine Einwirkung auf das Programm mittels Auflagen ermögliche. So sollen beispielsweise zwei Prozent der Bruttoeinnahmen der schweizerischen Filmförderung zukommen. Freuen darf sich aber auch die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG, die einerseits zum Teil die produktionelle Infrastruktur zur Verfügung stellt und andererseits die Ausstrahlung der SAT.1-Fußballsendungen in den anderen Sprachregionen übernehmen wird.


Referenzen

  • Konzession für Sat1. Schweiz vom 22. Juni 1998.

Dieser Artikel wurde in IRIS Rechtliche Rundschau der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle veröffentlicht.