Deutschland

[DE] Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht 2026 der Medienanstalten veröffentlicht

IRIS 2026-5:1/22

Sandra Schmitz-Berndt

Institut für Europäisches Medienrecht

Am 13.3.2026 haben die Medienanstalten ihren neuen Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht 2026 „#FollowMe!? Social Media, Influencing und Verantwortung” herausgegeben. Der Bericht bündelt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sowie rechtliche Bewertungen und stellt praxisorientierte Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet vor. Wie schon aus dem Titel ersichtlich, bilden Social Media und Influencer die Kernthemen des Berichts. Dies ist darin begründet, dass unter Bezugnahme auf die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) 2025 das Kommunikationsmittel Social Media für junge Menschen als mehr wahrgenommen wird als nur Unterhaltung, sondern auch Informationsquelle oder Forum für gesellschaftliche Debatten ist, während die Nutzer zugleich Werbung ausgesetzt sind und mit einer Reihe von Risiken konfrontiert werden. In diesem Umfeld prägen Influencer durch Nähe zu den Nutzern Meinungen, Lebensstile und politische Haltungen.

Im Bericht stehen fünf zentrale Befunde im Fokus: 1. Informationswandel mit wachsender Influencer-Macht, 2. Plattformlogiken und Aufmerksamkeitsökonomie; 3. Regulierung, Rechtsdurchsetzung und Jugendmedienschutz als Strukturfrage, 4. Medienkompetenz und Regulierung wirken nur gemeinsam, sowie 5. Vernetzte Strukturen erhöhen Wirkung und Reichweite von Schutzmaßnahmen.

So werden Strukturen und Rahmenbedingungen des Influencing, einschließlich algorithmischer Steuerungsmechanismen und ökonomischer Modelle analysiert, und regulatorische Ansatzpunkte in den Bereich Jugendmedienschutz und Medienbildung aufgezeigt. Zentrale Aspekte sind dabei politische Influencer, Gesundheits- und Familienformate sowie Fragen der Plattformregulierung, Altersverifikation und möglichen Social Media-Beschränkungen.

Mit Blick auf den Jugendmedienschutz werden neben rechtlichen Vorgaben u.a. Präventionsstrategien gegen Extremismus sowie das Gutachten der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zur Kennzeichnung (unter anderem von KI) bearbeiteter Social Media-Fotos vorgestellt. Auch Risiken des Family-Influencing werden unter dem Blickwinkel des Kinderschutzes beleuchtet.

Ergänzend werden Beispiele und praxisbewährte Ansätze aus der Medienbildung vorgestellt, die auf Stärkung von Medienkompetenz und eine reflektierte Nutzung sozialer Medien abzielen sowie Initiativen zur Stärkung der Medienkompetenz von Eltern.

Der Bericht richtet sich an Akteure aus Politik, Aufsicht, Pädagogik und Wissenschaft sowie an eine fachlich interessierte Öffentlichkeit und will eine Grundlage bieten zur Bewertung aktueller Entwicklungen im Bereich Social Media und Influencing, die auch einen Bezug zur regulierenden Aufgabe der Landesmedienanstalten nach EU- und nationalem Medienrecht haben.


Referenzen




Dieser Artikel wurde in IRIS Rechtliche Rundschau der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle veröffentlicht.