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IRIS 2019-1:1/19

Frankreich

Der CSA veröffentlicht seinen Jahresbericht zur Umsetzung seiner „Ernährungscharta“

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Amélie Blocman

Légipresse

Am 29. Oktober 2018 hat der Conseil Supérieur de l’Audiovisuel (Rundfunkaufsichtsbehörde - CSA) seinen Bericht an das Parlament veröffentlicht, in dem er die von den audiovisuellen Kommunikationsdiensten unternommenen Maßnahmen zur Einhaltung der in der „Charte alimentaire“ (Ernährungscharta) verankerten Verpflichtungen überprüft und bewertet. Mit dem Gesetz vom 20. Dezember 2016 zum Verbot von kommerzieller Werbung in Jugendprogrammen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wurde im Gesetz vom 30. September 1986 verankert, dass der CSA einen solchen Jahresbericht mit dem Ziel verfasst, sich einen Überblick über die von den Sendern vorgenommenen Aktionen zu verschaffen.

Angesichts der wachsenden, durch schlechte Ernährung verursachten Gesundheitsprobleme hatte der CSA 2009 vorgeschlagen, dass die audiovisuellen Akteure eine Charta zur Förderung „einer gesunden Ernährung und regelmäßigen körperlichen Betätigung“ verabschieden. Als Gegenleistung für die Beibehaltung der am Tag der Unterzeichnung geltenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Lebensmittelwerbung verpflichteten sich die Herausgeber, Werbetreibenden, Produzenten und Agenturen zu einer freiwilligen Unterstützung der nationalen Gesundheitspolitik. Mit einer weiteren, Ende 2013 unterzeichneten und für fünf Jahre geltenden Charta wurden die Verpflichtungen im Hinblick auf die Bekämpfung von Fettleibigkeit und die Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen weiter verschärft. Die neue Charta berücksichtigt die neuen Arten der Fernsehausstrahlung (Internetseiten und Catch-up TV). Zudem wurde ihr Geltungsbereich auf Überseesender ausgeweitet. Gleichzeitig wurde die Mindestzahl an Sendungen, die eine gesunde Lebensweise propagieren, erhöht. Mit dem in der Folge verabschiedeten „Gattolin-Gesetz“ wurde kommerzielle Werbung in den Jugendprogrammen von France Télévisions verboten und die Diskussion rund um eine bessere Ernährung und die Bekämpfung von Fettleibigkeit neu entfacht und intensiviert.

In seinem Bericht begrüßt der CSA die erzielten Ergebnisse, aus denen hervorgeht, dass die Zahl der Programme zur Förderung einer gesunden Lebensweise im untersuchten Zeitraum von 1410 auf 1637 Stunden pro Jahr gestiegen ist. Die Aufsichtsbehörde sieht jedoch auch Verbesserungspotenzial, das bei der Ausarbeitung der Charta 2019-2023 berücksichtigt werden soll. Der CSA beabsichtigt insbesondere, den Geltungsbereich auf neue Fragen im Zusammenhang mit einer ungesunden Lebensweise auszudehnen und speziell die Suchtproblematik anzusprechen.

Referenzen
Communiqué de presse du CSA, « Charte alimentaire » : publication du rapport annuel destiné au Parlement, 29 octobre 2018 FR
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=19357
 
  Pressemitteilung des CSA, „Ernährungscharta“: Veröffentlichung des Jahresberichts an das Parlament, 29. Oktober 2018