OBS IRIS Merlin
english francais deutsch

IRIS 2018-10:1/7

Tschechische Republik

Beschluss des Rundfunkrats zu rechtswidrigen Werbepraktiken

print add to caddie Word File PDF File

Jan Fučík

Česká televize, Prag

Der Rady pro rozhlasové a televizní vysílání (Rat für Hörfunk und Fernsehen, RRTV) als zentrale Verwaltungsbehörde für Hörfunk und Fernsehen beschloss am 18. September 2018, gegen das werbende Unternehmen Vetrisol ein Ordnungsgeld zu verhängen wegen Pflichtverletzung gemäß Art. 5d Abs. 2 des Gesetzes 40/1995 zur Regulierung von Werbung und zu Änderungen zum Gesetz Nr. 468/1991 über Hörfunk und Fernsehen in Übereinstimmung mit Art. 7 Abs. 3 und 4 lit. a der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates.

Die obigen Bestimmungen sehen vor, dass in Informationen über Lebensmittel keinem Lebensmittel Eigenschaften zugeschrieben werden dürfen, die die Verhinderung, Linderung oder Heilung einer bestimmten menschlichen Erkrankung versprechen. Der Beschluss des RRTV betraf eine Werbung für das Produkt „Happy Imun“ (ein Nahrungsergänzungsmittel), die am 3. November 2017 bei TV Prima ausgestrahlt wurde. Laut RRTV deutete die kommerzielle Kommunikation an, das Produkt sei für die Heilung einer Erkrankung oder könne diese möglicherweise verhindern helfen, und stand daher nicht im Einklang mit Art. 5d Abs. 2 des Gesetzes Nr. 40/1995. In dem Werbespot wurde ein Mädchen gezeigt, das mit Krankheitssymptomen kämpft (es zückt ein Taschentuch, als es niest). Die Krankheitsgefahr wird symbolisch durch einen Kobold dargestellt, der das Mädchen anspringt. Das beworbene Produkt „Happy Imun“ bietet, wiederum symbolisch dargestellt, einen „Schutzschild“, der dem Mädchen hilft, die Krankheit zu bekämpfen, woraufhin das Mädchen als geheilt gezeigt wird, wie es das Taschentuch fortwirft und wieder zu seiner Mutter läuft. Der Linderungs- und Heilungsprozess wird symbolisch durch einen blühenden Baum über den Personen dargestellt. Diese Darstellung trage zusammen mit der Aussage „Happy Imun, der Immunschutzschild für die ganze Familie“ zu dem Bild und der verbalen Aussage bei, die Zuschauer glauben machen sollen, das Nahrungsergänzungsmittel könne eine bestimmte Erkrankung beim Menschen verhindern, lindern oder heilen. Für diesen Verstoß verhängte der Rat ein Ordnungsgeld von Kč 20 000 (circa EUR 775).

Referenzen
Rozhodnutí Rady pro rozhlasové a telvizní vysílání č.j. RRTV/16991/2018-had ze dne CS
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=19303
 
  Beschluss des Rats für Hörfunk und Fernsehen vom 18. September 2018