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IRIS 2017-7:1/14

Deutschland

Sky-Beschwerde über Bundesliga-Liverechte vor dem OLG Düsseldorf

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Bianca Borzucki

Kanzlei von Prof. Dr. Ory

Die Beschwerde des Pay-TV-Anbieters Sky wegen einer Verfügung des Bundeskartellamts im Zusammenhang mit der Versteigerung der Bundesliga-Liverechte vor dem OLG Düsseldorf wurde verworfen. Sky hatte die Auflagen des Bundeskartellamts für das Vergabeverfahren der Deutschen Fußball Liga im Jahr 2016 angegriffen. Ziel war es, Rechtssicherheit für die Zukunft zu erhalten.

Das Bundeskartellamt verfügte ein Alleinerwerbsverbot, welches dazu führte, dass ab der kommenden Spielzeit nicht nur Sky die Spiele der Fußball-Bundesliga live übertragen darf, sondern auch Eurosport (Discovery) durch den Erwerb einiger Rechtepakete Direktübertragungen anbieten darf.

Mit dieser Beschwerde hätte Sky zwar nicht das Ergebnis der vergangenen Auktion rückgängig machen können, aber nach eigenen Angaben Rechtssicherheit für die Zukunft schaffen können. Sky war der Auffassung, die Märkte zwischen Free- und Pay-TV seien falsch abgegrenzt und die Bedeutung der ARD-Sportschau sei falsch eingeschätzt worden.

Der vorsitzende Richter des ersten Kartellsenats sah das jedoch anders, er äußerte schon in der mündlichen Verhandlung die Vermutung, Sky wolle über die Beschwerde und mit Hilfe des Kartellrechts den Wettbewerb beschränken. Er machte dort auch deutlich, dass er dem Vorgehen von Sky keine Aussicht auf Erfolg einräume und sendete ein Signal an das Bundeskartellamt, zur nächsten Ausschreibung der Medienrechte für die Fußball-Bundesliga den Wettbewerb weiter zu öffnen. Nun wurde die Beschwerde als unzulässig abgewiesen.

Wie es insgesamt nach dem Verfahren weitergeht, ist noch unklar. Ob Sky in Revision geht, ist laut einem Unternehmenssprecher noch nicht entschieden. Derzeit finden noch Verhandlungen zwischen Sky und Eurosport statt. Eurosport hat sich für die kommende Saison Übertragungsrechte gesichert, die es dem Sender erlauben, die Freitagspartien, die neuen Montagsspiele sowie einige Sonntagsspiele live zu zeigen. Die Sender verhandeln über eine Sublizenzierung.