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IRIS 2012-9:1/21

Frankreich

Auch CSA genehmigt den Erwerb von Direct 8 und Direct Star durch Canal Plus

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Amélie Blocman

Légipresse

Nachdem die Wettbewerbsbehörde im Juli 2012 grünes Licht zum Erwerb der Sender Direct 8 und Direct Star durch den Pay-TV-Sender Canal Plus gegeben hatte (siehe IRIS 2012-8/26), hat nun auch der Conseil supérieur de l’audiovisuel (Rundfunkaufsichtsbehörde - CSA), „unter Auflagen“ sowie „unter Berücksichtigung der von Canal Plus eingegangenen Verpflichtungen“ sein Einverständnis zu diesem Kauf gegeben. Damit kann ein langes Verhandlungskapitel zwischen dem Giganten des französischen Pay-TV und den unabhängigen Verwaltungsbehörden geschlossen werden. Letztere hatten insbesondere vermeiden wollen, dass der Konzern seine marktbeherrschende Stellung ausnutzt und das Marktgleichgewicht im Free-TV-Sektor stört. Die Wettbewerbsbehörde hatte ihre Zustimmung an Auflagen geknüpft, die insbesondere Einschränkungen beim Erwerb von Rechten an amerikanischen Filmen und Serien sowie an französischen Filmen und bei der Veräußerung von Rechten für große Sportereignisse beinhalten. Der CSA betont seinerseits, dass es ihm in der Hauptsache um die „Interessen der Fernsehzuschauer“ gehe. Insbesondere habe er darauf geachtet, dass das Gleichgewicht im audiovisuellen Sektor gewahrt bleibe, dass das Format der beiden aufgekauften Sender nicht geändert werde und die französische Filmproduktion und das Filmschaffen gefördert werden.

Vor diesem Hintergrund belegte der CSA den Sender D8 (neue Bezeichnung von Direct 8) mit einer Anzahl von Auflagen; die Sendevereinbarung zwischen dem CSA und D8 umfasst somit die meisten Auflagen, die seit 2005 zwischen dem CSA und einem unverschlüsselt verbreiteten digitalen Sender geschlossen wurden. D8 darf etwa nicht mehr als einmal pro Woche die abendliche Hauptsendezeit zur Ausstrahlung von Serien nutzen, die von einem der großen amerikanischen Studios produziert und im Free-TV bislang nicht gesendet worden sind. Zwei Stunden pro Tag muss der Sender im französischen Fernsehen bislang komplett unveröffentlichte Programme ausstrahlen und eine Frist von mindestens 18 Monaten zwischen der Ausstrahlung von noch nicht verbreiteten französischen Serien auf Canal Plus und auf seinem eigenen Kanal einhalten. Der CSA erteilt D8 zudem Investitionsauflagen mit Blick auf die Produktion neuer französischer Filme und Fiktionen, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Der Sender wird demgemäß ab 2013 einen Beitrag zur Vorfinanzierung von Kinofilmen leisten. Die Verpflichtungen, die der Sender gegenüber der Wettbewerbsbehörde in Bezug auf gemeinsam mit Canal Plus erworbene Filme eingegangen ist, werden in die Sendevereinbarung zwischen dem CSA und D8 übernommen und durch eine Verpflichtung zum Erwerb von Ausstrahlungsrechten an Filmen, deren Budget unter EUR 7 Mio. liegt, ergänzt. Neben zahlreichen weiteren Verpflichtungen, die insbesondere auf ein besseres Angebot an Kulturprogrammen und den Kinder- und Jugendschutz abzielen, verpflichtet sich D8 im Sportbereich dazu, über eine größere Anzahl unterschiedlicher Sportdisziplinen zu berichten. Nachdem die Zustimmung des CSA nun vorliegt, hat Canal Plus offiziell den Programmplan von D8 vorgestellt.

Referenzen
CSA, Communiqué de presse du mardi 18 septembre 2012 FR
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=16101
 
  CSA, Pressemitteilung von Dienstag, 18. September 2012