OBS IRIS Merlin
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IRIS 2012-9:1/19

Spanien

Neuer Plan zur Förderung von DVB-T und technischen Innovationen

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Trinidad García Leiva

Universität Carlos III, Madrid

Am 24. August 2012 hat der Ministerrat den Plan de Impulso de la TDT y de la Innovación Tecnológica (Förderplan für DVB-T und technische Innovationen) verabschiedet, der das hochauflösende Fernsehen und mobile 4G-Breitbanddienste fördern soll, aber auch Auswirkungen auf DVB-T-Dienste haben wird.

Mit der Abschaltung des analogen terrestrischen Fernsehens im April 2010 in Spanien (siehe IRIS 2010-6/24) wurde entschieden, dass die frei werdenden Frequenzen, die so genannte digitale Dividende, vor allem der Bereitstellung von 4G-Diensten gewidmet werden sollten. Die Zuweisung von Fernsehdiensten zum Band 470-790 MHz (Kanal 21 bis 60) zur Freigabe des Teilbands 790-862 MHz (Kanal 61 bis 69) für andere Zwecke bis zum 1. Januar 2015 (siehe IRIS 2010-6/25) wurde jedoch in Verhandlungen zwischen der Regierung und nationalen kommerziellen Sendern vereinbart, da die Regierung aufgrund der Wirtschaftskrise daran interessiert war, diese neuen Telekommunikationsdienste zu nutzen, die für den wirtschaftlichen Aufschwung als nützlich gelten, während die nationalen kommerziellen Sender für den Wechsel zu anderen Frequenzen finanzielle Unterstützung forderten.

Die spanische Regierung und die Sender, die in der Unión de Televisiones Comerciales Asociadas (Union vereinigter kommerzieller Fernsehsender - UTECA) zusammengeschlossen sind, erzielten schließlich eine Einigung, die de facto den Kern des verabschiedeten Plans bildet. Auch wenn der Text noch nicht veröffentlicht wurde, hat der Ministerrat angekündigt, dass die digitale Dividende bis Januar 2014 geklärt sein wird und dass hochauflösende DVB-T-Dienste parallel zur Senkung der Zahl verfügbarer DVB-T-Frequenzen gestärkt werden.

Nach dieser Einigung wird daher bald ein neuer DVB-T-Plan verabschiedet werden. Der neue Belegungsplan für DVB-T-Dienste wird aussehen wie folgt: Nationale kommerzielle Rundfunksender werden sich die Kapazität von fünf statt, wie ursprünglich geplant, sechs Multiplexen teilen, der nationale öffentlich-rechtliche Sender RTVE wird seine Kapazität von zwei Multiplexen auf einen reduzieren, und es wird erwartet, dass die regionalen öffentlich-rechtlichen Sender ebenso verfahren werden. Infolge dieser Reduktion der DVB-T-Kapazität werden nationale kommerzielle Sender Dienste in normaler und einen Dienst in hoher Auflösung anbieten.

Die nationalen kommerziellen Sender, die bereits bestanden, als der aktuelle DVB-T-Frequenzplan beschlossen wurde (Antena 3, Telecinco, La Sexta, Cuatro, Net TV und Veo TV), haben nun einen Konzentrationsprozess durchlaufen. Telecinco und Cuatro schlossen sich Ende 2010 zusammen (siehe IRIS 2011-1/25), und der Ministerrat genehmigte bei seiner Sitzung, in der er den obigen Plan zur Förderung von DVB-T verabschiedete, auch die Übernahme von La Sexta durch Antena 3 (siehe IRIS 2012-8/21).

Referenzen
Referencia del Consejo de Ministros de 24 de agosto de 2012 ES
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=16087
 
  Sitzung des Ministerrats vom 24. August 2012