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IRIS 2012-8:1/15

Tschechische Republik

Umstellung auf digitales terrestrisches Fernsehen abgeschlossen

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Jan Fučík

Kulturministerium, Prag

Am 22. August 2012 hat die tschechischen Regierung den “Bericht der Nationalen Koordinierungsgruppe für digitales Fernsehen in der Tschechischen Republik über den Abschluss der Umstellung auf digitales Fernsehen“ genehmigt.

Der Bericht gibt einen Überblick über die Umstellung vom analogen Fernsehen zum digitalen terrestrischen Fernsehen (DVB-T) in der Tschechischen Republik Die Umstellung erfolgte unter sehr schwierigen wirtschaftlichen, legislativen, technischen und geographischen Bedingungen. Trotzdem konnte in allen 13 Gebieten der in der Regierungsverordnung Nr. 161/2008 Coll. festgelegte Zeitrahmen eingehalten werden. Die Tschechische Republik konnte damit auch die Frist der Europäischen Kommission für die Abschaltung des analogen Signals im Laufe des Jahres 2012 einhalten. Sie ist eines der ersten mitteleuropäischen Länder, die eine vollständige Umstellung innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraums erreicht haben.

In der Tschechischen Republik gibt es vier Netze für DVB-T. Das erste Netzwerk (ein Multiplex, der an den öffentlich-rechtlichen Anbieter vergeben wurde) mit vollständiger Abdeckung erreicht 99,9% der Bevölkerung. Der zweite und dritte DVB-T-Multiplex haben eine Abdeckung von 99,8% bzw. 96,3%. Der vierte erreicht 22,7% der Bevölkerung und wird lediglich für die Städte Prag, Brünn und Ostrau genutzt.

Durch die Umstellung auf digitales terrestrisches Fernsehen entstand eine Reihe neuer Fernsehsender; das Angebot erhöhte sich von 4 analogen Programmen auf mindestens 9 landesweite digitale Sender und mehrere regionale Programme. Die Abschaltung des analogen Fernsehens erbrachte die lange ersehnte „digitale Dividende“, d.h. die frei werdenden Frequenzbänder konnten für andere elektronische Kommunikationsdienste genutzt werden, z.B. für mobiles Breitbandinternet. Für diese Frequenz wird derzeit eine Versteigerung vorbereitet.

Durch die reibungslose Umstellung auf DVB-T konnte eine neue Generation elektronischer Kommunikationsdienste entwickelt werden. Dabei handelt es sich um die Basisinfrastruktur, die für das Wachstum des BIP und für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der tschechischen Wirtschaft erforderlich ist. Die Frequenzbänder, die durch den 12. Fernsehkanal frei wurden, können nun für digitalen terrestrischen Hörfunk genutzt werden. Probleme für Fernsehsender oder für die Bürger löste die digitale Umstellung in der Tschechischen Republik nicht aus.

Referenzen
Závěrečná zpráva Národní koordinační skupiny pro digitální vysílání v České republice o dokončení přechodu na digitální televizní vysílání CS
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=16235
 
  Bericht der Nationalen Koordinierungsgruppe für digitales Fernsehen in der Tschechischen Republik über den Abschluss der Umstellung auf digitales Fernsehen