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IRIS 2012-7:1/4

Rat der EU

Schlussfolgerungen zur Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung

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Catherine Jasserand

Institut für Informationsrecht (IViR), Universität Amsterdam

Während seiner Sitzung vom 10.-11. Mai 2012 hat der Rat seine Schlussfolgerungen zur Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung veröffentlicht. Die Schlussfolgerungen, denen bereits eine gleichnamige Kommissionsempfehlung (siehe IRIS 2012-1/4) vorausgegangen war, nehmen Bezug auf den Bericht „Die neue Renaissance“ des Komitees der Weisen (siehe IRIS 2011-3/5) und auf die jüngsten Legislativvorschläge der Kommission (verwaiste Werke, Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors). Der Rat hatte bereits 2006 der Rat Schlussfolgerungen zu diesem Thema veröffentlicht, doch hat sich der Kontext der Digitalisierung s.E. seither verändert, vor allem mit dem Start von Europeana.

In seiner Einführung erklärt der Rat, digitalisierte kulturelle Materialien seien eine wichtige Ressource für die Kultur- und Kreativbranche und trügen zu wirtschaftlichem Wachstum und zur Entstehung von Arbeitsplätzen bei. Im Bereich der Digitalisierung seien zwar bereits Anstrengungen unternommen worden, doch seien weitere Schritte erforderlich, um das kulturelle Erbe zu nutzen und es in einen Vorteil für europäische Bürger zu verwandeln. Hierzu zähle auch eine bessere Koordination der Maßnahmen der Mitgliedstaaten.

Im Mittelpunkt der Schlussfolgerungen steht vor allem die Entwicklung, Nutzung und Unterstützung von Europeana. Der Rat ersucht die Mitgliedstaaten, die Kommission und Europeana, weitere Fortschritte zu erzielen. In einem Anhang zu den Schlussfolgerungen nennt der Rat spezifische Prioritäten für die Maßnahmen und Ziele der Mitgliedstaaten im Zeitraum 2012-2015:

- Konsolidierung der nationalen Strategien und Zielsetzungen für die Digitalisierung (u.a. Entwicklung von Standards für die Auswahl von zu digitalisierendem Material, und Beteiligung an der Beurteilung des Fortschritts bei der Digitalisierung und der digitalen Bewahrung);

- Konsolidierung der Organisation der Digitalisierung und ihrer Finanzierung (durch Partnerschaften zwischen öffentlichem und privatem Sektor oder Einsatz von EU-Strukturfonds);

- Verbesserung der Bedingungen für die Gewährung des Onlinezugangs zu Materialien (Instrumente zur Erleichterung des Zugangs zu nicht mehr erhältlichen Werken und der Sonderbereich der Digitalisierung gemeinfreier Materialien);

- Beteiligung an der Entwicklung von Europeana (durch sieben Einzelmaßnahmen);

- Sicherstellung der langfristigen digitalen Bewahrung (einschließlich der Förderung spezifischer Strategien, des Informationsaustauschs zwischen Mitgliedstaaten und der Formulierung der rechtlichen Bedingungen für das Kopieren und Hinterlegen von Material).

Referenzen
Schlussfolgerungen des Rates zur Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung