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IRIS 2012-7:1/24

Frankreich

Sacem und France Télévisions unterzeichnen Abkommen

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Amélie Blocman

Légipresse

Am 15. Juni 2012 haben die französische Verwertungsgesellschaft Société des auteurs, compositeurs et éditeurs de musique (Sacem) und die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt France Télévisions die Unterzeichnung eines Abkommens über die Ausstrahlung von Werken aus dem Repertoire der SACEM auf allen Sendern von France Télévisions bekannt gegeben. Mit diesem Abkommen werden sämtliche früheren Abkommen, die die Verwertung für jeden einzelnen Sender regelten, durch einen einzigen Vertrag ersetzt. Für die Parteien bedeutet dies eine erhebliche Vereinfachung, da das Abkommen für alle Sender der Fernsehanstalt France Télévisions, die per Gesetz vom 5. März 2009 in eine einheitliche Programmgesellschaft umgewandelt wurde, gleichermaßen gilt. Das Abkommen gilt für alle Ausstrahlungsformen von Musikwerken, d. h. für die lineare Nutzung in den Hörfunk- und Fernsehsendern von France Télévisions, aber auch für die nichtlinearen Dienste der Fernsehanstalt (Online Streaming, Catch-Up TV, Preview oder francetv pluzz...), über die zwar verhandelt, bislang jedoch noch keine Vereinbarung getroffen worden war.

Das Abkommen betrifft alle von der SACEM verwerteten Musikwerke, Musikdokumentationen und -clips, synchronisierte oder untertitelte Werke, aber auch humoristische Werke, Gedichte und Sketche. Im Abkommen ist eine angemessene (allerdings nicht öffentlich bekanntgegebene) Entlohnung der Autoren, Komponisten und Musikverleger ebenso wie die neue Finanzierungsstruktur von France Télévisions verankert, die auf einem höheren Anteil öffentlicher Mittel beruht, ebenso die Umformung von France Télévisions in eine einheitliche Programmgesellschaft. Das Abkommen gilt bis Ende 2015. Die neue französische Regierung hat zwar einige Änderungen im öffentlich-rechtlichen audiovisuellen Sektor angekündigt, doch scheint besagtes Abkommen hiervon nicht betroffen zu sein.