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IRIS 2012-6:1/19

Frankreich

Start des Plans zur Restaurierung und Digitalisierung von Werken des französischen Filmerbes

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Amélie Blocman

Légipresse

Die Verordnung vom 9. Mai 2012 zur Digitalisierung von Werken des französischen Filmerbes wird die konkrete Umsetzung des umfangreichen Digitalisierungsvorhabens des französischen Staats aus dem letzten Jahr ermöglichen (vgl. IRIS 2011-7/23). Das Ziel des Plans besteht darin, die Rechteinhaber bei der Restaurierung, Nutzung und Konservierung der Werke zu unterstützen, um deren größtmögliche Verbreitung zu fördern. Das Programm umfasst zwei Teile. Zum einen geht es um Investitionen auf Seiten der Inhaber von Filmkatalogen dank einer großen nationalen Anleihe. Eine erste entsprechende Vereinbarung wurde gerade mit Gaumont unterzeichnet, die vorsieht, dass in vier Jahren 270 Spielfilme restauriert werden sollen. Zum anderen sind öffentliche Beihilfen des Centre national de la cinématographie (französisches Filminstitut - CNC) vorgesehen, mit denen die Digitalisierung von Filmwerken zusätzlich gefördert werden soll. Hier stehen Werke des Filmerbes im Vordergrund, die einen hohen künstlerischen und kulturellen Wert aufweisen, wobei es in diesem Fall nicht darum geht, eine bestimmte Rentabilitätsschwelle zu gewährleisten. Für die Umsetzung dieses Plans war eine Genehmigung der Europäischen Kommission erforderlich. Diese wurde am 21. März 2012 mit der Begründung gewährt, dass der Plan mit den EU-Regelungen für staatliche Beihilfen vereinbar sei. Mit dieser Genehmigung kann jetzt die konkrete Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen beginnen. Dazu sieht die Verordnung vom 9. Mai 2012 nun gezielte Unterstützungsmaßnahmen für die Restaurierung und Digitalisierung von Werken des Filmerbes vor. Im Verordnungstext sind die Bedingungen und Kriterien für eine Unterstützung festgelegt; dies gilt insbesondere hinsichtlich der Werke und der Begünstigten. Die Förderung erfolgt in Form von Beihilfen oder (über einen sehr langen Zeitraum) rückzahlbaren Vorschüssen, die sich in Ausnahmefällen auf bis zu 90% der anfallenden Kosten belaufen können. Die Aufwendungen, die in Ansatz gebracht werden können, sind die Kosten für eine vor der eigentlichen Digitalisierung notwendige physische Restaurierung bestimmter Teile, die Kosten der Digitalisierung und der digitalen Restaurierung, die Kosten für den Abgleich und die Herstellung der Datei sowie, falls notwendig, das Einfügen der digital restaurierten Teile in den zu konservierenden Film.

Eric Garandeau, Vorsitzender des CNC meint dazu: „Es handelt sich hier um die erste Initiative dieser Größenordnung in Europa, die es ermöglichen wird, unser Filmerbe der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und der Technologie von heute zu öffnen.“

Referenzen
Décret n° 2012-760 du 9 mai 2012 relatif à l'aide à la numérisation d'œuvres cinématographiques du patrimoine, JO du 10 mai 2012 FR
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=15831
 
  Verordnung Nr. 2012-760 vom 9. Mai 2012 zu Beihilfen für die Digitalisierung von Werken des Filmerbes, Amtsblatt vom 10. Mai 2012