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IRIS 2012-5:1/9

Schweiz

Programm zur Förderung der Angebotsvielfalt und der Digitalisierung in Schweizer Kinos

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Patrice Aubry

Westschweizer Fernsehen und Radio, Genf

Am 09. März 2012 hat das Bundesamt für Kultur (BAK) vor kurzem ein Programm zur Förderung der Angebotsvielfalt und der Digitalisierung in Schweizer Kinos verabschiedet. Kinobetriebe, welche die Digitalisierung ihrer Säle zwischen 2011 und 2012 vornehmen und ein vielfältiges Programmangebot aufweisen, können für eine begrenzte Dauer von bis zu fünf Jahren eine Finanzhilfe erhalten. Für diese Maßnahme sind zwischen 2011 und 2015 maximal CHF 9 Mio. (EUR 7.491.883) vorgesehen. Der Höchstbetrag pro geförderte Kinoleinwand liegt bei jährlich maximal CHF 12.000 (EUR 9.989) für fünf Jahre. Der Bund kann zudem maximal 50 % der anrechenbaren Digitalisierungskosten übernehmen. Reichen die bewilligten Kredite nicht aus, so werden prioritär jene Kinobetriebe gefördert, die pro Kategorie in ihrer Standortregion den größten Vielfaltsbeitrag leisten. Allerdings können nicht mehr als sechs Leinwände pro Betrieb und Ort gefördert werden. Kinokomplexe mit sieben Sälen oder mehr sowie Kinounternehmen mit mehr als 25 Leinwänden sind von dieser Zusatzförderung ausgeschlossen. Die vom BAK vergebene Beihilfe gründet auf Artikel 2 und Artikel 49 der Filmförderungsverordnung (FiFV, siehe IRIS 2003-3/26 und IRIS 2006-8/13), der zufolge ein Förderbeitrag zur Verbesserung der Angebotsvielfalt ausgereicht werden kann.

Das BAK führt die Berechnung der Programmvielfalt auf der Grundlage der Kinobesucher pro Film und pro Kinosaal durch. Für die Zulassung eines Kinosaals ist eine Mindestanzahl an Besuchern und Vorstellungen von schweizerischen, europäischen und internationalen Filmen aus kleineren Produktionsländern zu erzielen. Diese Mindestschwellen liegen in den größeren Städten bei 50 % der Besuche, in mittleren Städten bei 30 %, in kleinen Orten bei 20 %. Das BAK berücksichtigt anhand von Koeffizienten zudem die Herkunft der Filme. Je nach Kinoregion, in der sich die Leinwand befindet, müssen unterschiedlich hohe Punkteschwellen erreicht werden, um den vollen Förderbeitrag zu erhalten. Die Förderbeiträge werden gekürzt oder entfallen ganz, wenn die Zahl der Vorstellungen ein bestimmtes Minimum nicht erreicht. Die Programmvielfalt wird jedes Jahr neu berechnet. Sie errechnet sich aus den in den letzten drei Jahren vorgeführten Filmen. Wird festgestellt, dass die Vielfalt über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren unter den erforderlichen Schwellenwert gefallen ist, so kann das BAK die Unterstützung für die einzelnen Kinos einstellen, kürzen oder die bereits zugewiesenen Beiträge zurückfordern.

Kinobetriebe, die ihre Säle bereits vor dem 1. Januar 2011 digitalisiert haben oder vor Ende 2012 keine Digitalisierung vornehmen, können bei Erfüllung der vom BAK festgelegten Kriterien eine reduzierte Förderung in Höhe von CHF 5.000 (EUR 4.162) in Anspruch nehmen.

Referenzen
Programm zur Förderung der Angebotsvielfalt und der Digitalisierung in Schweizer Kinos DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=15796