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IRIS 2012-5:1/31

Italien

AGCOM verabschiedet Regelung zum NGN-Zugang

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Angela Creta

Sapienza Universität Rom

Am 12. Januar 2012 hat die Autorità per le garanzie nelle comunicazioni (italienische Kommunikationsbehörde - AGCOM) Entschließung Nr. 1/12/CONS (nachfolgend „die Entschließung“) über Zugangsdienste zu Netzen der nächsten Generation (Next Generation Networks - NGN) in Übereinstimmung mit den Feststellungen der Europäischen Kommission und den Feststellungen der italienischen Wettbewerbsbehörde (AGCM) verabschiedet. Sie umfasst auch die Beiträge der vorangegangenen öffentlichen Konsultation auf der Grundlage der Entschließung Nr. 1/11/CONS.

Die Entschließung definiert die Verpflichtungen von Telecom Italia, sowohl bei aktiven (Bitstrom und Vula) als auch bei passiven Diensten (in ihren verschiedenen Typen) ein transparentes und diskriminierungsfreies Diensteangebot über Next Generation Networks (und entsprechende Zusatzdienste) zu gewährleisten (Art. 6 Abs. 1 und 7 Abs. 1). Telecom Italia ist zudem verpflichtet, jährlich Referenzangebote zu veröffentlichen, die vorab von der AGCOM genehmigt werden müssen (Artikel 6 Abs. 2).

Liegt keine Vereinbarung zwischen den Parteien vor, muss Telecom Italia die alternativen Betreiber, die Großkunden-Kabelnetzzugangsdienste erwerben, mindestens fünf Jahre im Voraus über ihre Absicht informieren, die Zugangspunkte in lokalen Vermittlungsstellen, die für die Entbündelung von Diensten über Kupfer offen sind, abzuschaffen oder umzuwandeln (Art. 13 Abs. 1).

Telecom Italia hat die Aufgabe, entbündelte Zugänge zu ihren Netzen bereitzustellen, wo dies technisch machbar ist, und dabei die tatsächliche Marktentwicklung zu beachten. Innerhalb von zwei Monaten nach Inkrafttreten der Entschließung muss sie ein Referenzangebot für folgende Punkte vorlegen:

- passive Dienste wie den End-to-End-Dienst (entbündelter Zugang zu Glasfaser, kompatibel mit der aktuellen Netzarchitektur des etablierten Betreibers), die einzelnen Komponenten, die den Dienst ausmachen (sogenannte Bausteine), Zugang zu Bauwerken (Schächten);

- aktive Dienste wie Bitstrom-Glasfaser, angeboten auf verschiedenen Netzebenen, und den innovativen Dienst Vula (Virtual Unbundled Local Access - virtueller entbündelter lokaler Zugang), direkt beim zentralen Netz bereitgestellt.

AGCOM wird auch Verfahren einleiten, um das Modell zur Bewältigung langfristiger Zusatzkosten in einem Bottom-up-Ansatz für die Preisgestaltung von Großkunden-Zugangsdiensten über Glasfasernetze zu etablieren. Hierbei wird AGCOM Bereiche identifizieren, in denen ein nachhaltiger Wettbewerb um die Preisgestaltung von Bitstream-Diensten besteht (Art. 33).

Abschließend definiert die Entschließung die Regeln für die notwendigen Verfahren zur Definition der Disziplin von VDSL moderner Technologie (Vectoring und Bonding) (Art. 18), die Möglichkeit der Einführung symmetrischer Verpflichtungen für den Zugang zur Infrastruktur (Art. 33), die Definition einer Risikoprämie und der Bedingungen für wirtschaftliche Dienste (Titel II, Kapitel I, Abschnitt III und Abschnitt IV, Kapitel II, Abschnitt III).

Referenzen
Delibera no 1/12/CONS - Individuazione degli obblighi regolamentari relativi ai servizi di accesso alle reti di nuova generazione IT
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=15774
 
  Entschließung Nr. 1/12/CONS - Identifizierung regulatorischer Anforderungen in Bezug auf Zugangsdienste für Next Generation Networks      
Delibera no. 1/11/CONS - Consultazione pubblica in materia di regolamentazione dei servizi di accesso alle reti di nuova generazione IT
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=15775
 
  Entschließung Nr. 1/11/CONS - Öffentliche Konsultation zur Regulierung von Zugangsdiensten für Next Generation Networks