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IRIS 2012-5:1/15

Deutschland

KJM stimmt erweiterten Kompetenzen der FSF zu

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Katharina Grenz

Institut für Europäisches Medienrecht (EMR), Saarbrücken/Brüssel

Die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) hat mit Beschluss vom 7. März 2012 der Erweiterung der Befugnisse der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) zugestimmt.

Die FSF hatte eine Erweiterung ihrer Anerkennung für fernsehähnliche Inhalte in Telemedien beantragt. Die bisherige Befugnis des gemeinnützigen Vereins privater Fernsehanbieter lag in der inhaltlichen Prüfung von Fernsehprogrammen auf die Intensität ihrer Gewalt- oder sexuellen Darstellungen und der Beurteilung, zu welcher Sendezeit die begutachteten Inhalte im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden dürfen. Diese Kompetenz ist nun durch den Beschluss der KJM auf fernsehähnliche Inhalte im Internet ausgeweitet worden. Darunter fallen prinzipiell die selben Inhalte wie bisher, also Spielfilme, Fernsehserien oder Dokumentarfilme, bezogen auf ihre im Internet zur Verfügung gestellte Form.

Der Beschluss sei im Sinne der zunehmenden Konvergenz der Medien erfolgt, betonte der Vorsitzende der KJM. Wenn durch die Kompetenzerweiterung künftig mehr Anbieter fernsehähnlicher Inhalte in Telemedien dazu zu bewegen seien, ihre Inhalte vorab den Selbstkontrolleinrichtungen vorzulegen, stelle dies eine wichtige Stärkung des Jugendschutzes dar. Mit den bereits erfolgten Anerkennungen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) und der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die für Altersfreigaben von Kinofilmen beziehungsweise Spielen im Onlinebereich zuständig sind (siehe IRIS 2011-9/16), sei nun ein weiterer Schritt zur Verbesserung des Jugendmedienschutzes erfolgt. Dies betreffe vor allem die so genannten „entwicklungsbeeinträchtigenden Angebote“ im Internet, für die jeder Anbieter selbstverantwortlich entsprechende Maßnahmen zum Jugendschutz ergreifen muss. Dieser Schutz könnte in Zukunft durch den freiwilligen Rückgriff auf die verschiedenen Einrichtungen der Selbstkontrolle als System der „regulierten Selbstregulierung“ weiter verbessert werden.

Referenzen
Pressemitteilung der KJM vom 8. März 2012 DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=15786