OBS IRIS Merlin
english francais deutsch

IRIS 2012-5:Extra

Deutschland

Video-on-Demand-Plattform der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten

print add to caddie Word File PDF File

Anne Yliniva-Hoffmann

Institut für Europäisches Medienrecht (EMR), Saarbrücken/Brüssel

Am 25. April 2012 haben laut Medienberichten mehrere Tochtergesellschaften des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), verschiedene Sender der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) sowie einige Fernsehproduktionsunternehmen gemeinsam das Unternehmen Germany’s Gold GmbH gegründet.

Unternehmensziel ist die gemeinsame Einrichtung und der gemeinsame Betrieb einer Video-on-Demand (VoD)-Plattform. Über diese sollen den Zuschauern digitalisierte Inhalte der beteiligten Anbieter sowie Dritter aus den vergangenen 60 Jahren deutscher und internationaler Film- und Fernsehgeschichte - über Satellit, Kabel, terrestrische Sender, Internet und andere Techniken - zur Verfügung gestellt werden. Die Finanzierung der Plattform soll demnach über einzelne Abrufentgelte, Abonnements und Werbung erfolgen.

Das Bundeskartellamt (BKartA) hatte am 28. November 2011 erklärt, keine fusionsrechtlichen Bedenken gegen das Gemeinschaftsprojekt der Öffentlich-rechtlichen zu haben, da die Beteiligten auf den betroffenen Märkten nicht marktbeherrschend seien und dies durch den Zusammenschluss auch nicht würden. Unabhängig von der fusionsrechtlichen Bewertung werde aber noch ein etwaiger Verstoß gegen das Kartellrecht geprüft.

Nach den bislang bekannt gegebenen Plänen soll die VoD-Plattform Ende 2012 - voraussichtlich unter anderem Namen - in Betrieb genommen werden.

Ein vergleichbares Vorhaben der privaten Sendergruppen ProSiebenSat1 und RTL hatte die Behörde im März 2011 aus fusionsrechtlichen Gründen untersagt (siehe IRIS 2011-5/15).

Referenzen
Pressemitteilung der WDR Mediagroup, 25. April 2012 DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=16237