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IRIS 2012-4:1/19

Deutschland

KJM erkennt zwei Jugendschutzprogramme an

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Anne Yliniva-Hoffmann

Institut für Europäisches Medienrecht (EMR), Saarbrücken/Brüssel

Die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) hat am 9. Februar 2012 zwei Programme zum Jugendschutz im World Wide Web unter Auflagen anerkannt.

Hierbei handelt es sich um die ersten Jugendschutzprogramme für Internetangebote, die die KJM entsprechend den von ihr im Mai 2011 veröffentlichten Kriterien anerkannt hat (siehe IRIS 2011-7/17).

Beide Programme erfüllen demnach die Vorgabe der Nutzerautonomie; sie ermöglichen einen altersdifferenzierten Zugang zu Onlineangeboten und können von Eltern oder sonstigen Betreuungspersonen de-/aktiviert, konfiguriert und ergänzt werden. Darüber hinaus sind die Programme mit den aktuellen Windows-Betriebssystemen kompatibel.

Anbieter, die ihr (jugendgefährdendes bzw. entwicklungsbeeinträchtigendes) Telemedienangebot auf ein anerkanntes Jugendschutzprogramm eingestellt haben, dürfen ihre Inhalte künftig ohne die Ergreifung weiterer Jugendschutzmaßnahmen (z.B. zeitliche Grenzen oder technische Mittel zur Altersverifizierung) verbreiten. Durch diese Privilegierung wird die Teilnahme der Inhalteanbieter an Jugendschutzprogrammen belohnt. Allerdings gilt die Privilegierung bis sich die Anwendung von Jugendschutzprogrammen auf breiter Ebene durchgesetzt hat, zunächst nur für Inhalte bis höchstens zur Altersstufe „ab 16 Jahre“.

Die mit der Anerkennung verknüpften Auflagen sehen unter anderem vor, dass die Programme mittels Praxistests weiterhin regelmäßig auf ihre Benutzerfreundlichkeit und technische Aktualität überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Insbesondere soll ihre Verwendbarkeit auch für Smartphones und Spielekonsolen angestrebt werden.

Referenzen
Pressemitteilung der KJM DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=15745