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IRIS 2012-4:1/18

Deutschland

Förderprogramme zur Digitalisierung kleiner Programmkinos und zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes aufgelegt

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Anne Yliniva-Hoffmann

Institut für Europäisches Medienrecht (EMR), Saarbrücken/Brüssel

Anfang Februar 2012 sind in Deutschland zwei weitere Programme zur Förderung der Digitalisierung im Filmsektor gestartet (siehe IRIS 2011-7/18).

Am 9. Februar 2012 gaben das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) und die dort ansässige Film- und Medienstiftung NRW eine Kooperation zur wirtschaftlichen Förderung der digitalen Umrüstung kleinerer Kinos bekannt. Ziel der bis zum 31. Dezember 2013 befristeten Förderung ist die Umrüstung von etwa 150 Leinwänden auf digitale Projektionstechnik. Hierfür stellt das Land EUR 3 Mio. aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereit. Gefördert werden demnach Filmtheater mit maximal sechs Leinwänden für die erstmalige digitale Ausrüstung ihrer Säle in Höhe von bis zu EUR 20.000 je Leinwand. Damit soll die Unterstützung insbesondere dem lokalen Kulturangebot, kleineren Programmkinos sowie der Präsenz europäischer und deutscher Werke zugute kommen. Das nun vorgestellte Programm soll in NRW bereits bestehende Maßnahmen zur Förderung der Digitalisierung ergänzen (siehe IRIS 2010-7/17) und kann mit Programmen der Filmförderungsanstalt (FFA) und des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) kombiniert werden.

Am 8. Februar 2012 erklärte der BKM im Rahmen einer Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, die Digitalisierung des nationalen Filmerbes vorantreiben zu wollen. Ziel sei, historisches Filmmaterial auf Dauer zu bewahren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Zu diesem Zweck werde das Bundesarchiv 2012 einen Betrag in Höhe von EUR 230.000 erhalten, um die technischen Voraussetzungen für Sichtung, Aufbereitung und Digitalisierung schaffen zu können. Weitere EUR 100.000 sollen jeweils zwei Stiftungen der Filmbranche zur Verfügung gestellt werden, um insbesondere Filmbestände aus der Vorkriegszeit sowie der ehemaligen DDR zu digitalisieren. Zugleich forderte der BKM die Filmbranche auf, sich wie auch bei der Kinodigitalisierung (siehe IRIS 2010-9/21) an den für die Digitalisierung des Filmerbes erforderlichen Maßnahmen zu beteiligen.

Referenzen
Pressemitteilung der Filmstiftung NRW DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=15746
 
Pressemitteilung des BKM DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=15747