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IRIS 2012-10:1/9

Deutschland

Deutscher Filmförderfonds bis 2015 verlängert

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Martin Rupp

Institut für Europäisches Medienrecht (EMR), Saarbrücken/Brüssel

Die Bundesregierung hat am 21. September 2012 bekannt gegeben, dass der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) um weitere drei Jahre verlängert wird. Hiermit verbunden ist die künftige Verpflichtung des Filmherstellers, bei Förderung eines Filmprojekts barierrefreie Fassungen des Films zu erstelllen.

Der DFFF beruht auf der Richtlinie des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien „Anreiz zur Stärkung der Filmproduktion in Deutschland“ (DFFF-Richtlinie). Nach Maßgabe der DFFF-Richtlinie und der §§ 23, 44 BHO gewährt die Filmförderungsanstalt (FFA) Zuwendungen für die Finanzierung der Herstellungskosten von Filmen (siehe IRIS 2007-1/3, IRIS 2006-8/17 und IRIS 2005-8/18). Von 2007 bis Ende August 2012 belief sich die Filmförderung auf eine Summe von rund EUR 329 Mio. Da der DFFF nach den Ausführungen des Kulturstaatsministers entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Filmwirtschaft beitrage, wurde er nunmehr bereits zum zweiten Mal um drei Jahre verlängert.

Im Zuge der Verlängerung wurden einige Änderungen der DFFF-Richtlinie vorgenommen. Hierzu gehören die Erhöhung der Mindestkopienzahl für die Kinoauswertung (§ 6 Abs. 1), eine Frist für die Antragstellung von mindestens sechs Wochen vor Drehbeginn (§ 16 Abs. 2), die Begrenzung des bei Auslandsverkauf zu entrichtenden Beitrags an German Films (die zentrale Dienstleistungsorganisation der deutschen Filmwirtschaft für die Außenvertretung) auf EUR 50.000 und die stärkere Berücksichtigung virtueller Dreharbeiten beim Eigenschaftstest (§ 10 i.V.m. Anlage 2). Als wesentliche Änderung hob der Kulturstaatsminister die Verpflichtung zur Erstellung einer barrierefreien Films hervor (§ 5 Abs. 4). Danach muss von der Endfassung des Films eine Version mit deutscher Audiodeskription und deutschen Untertiteln erstellt werden. Hierdurch soll die kulturelle Teilhabe von Hör- und Sehbehinderten an den Ergebnissen der Filmförderung gefördert werden. In begründeten Ausnahmefällen kann die FFA von dieser Verpflichtung befreien.

Die überarbeitete Fassung der Richtlinie wird zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Referenzen
Richtlinie des BKM „Anreiz zur Stärkung der Filmproduktion in Deutschland“ (Deutscher Filmförderfonds), Stand vom 17. September 2012 DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=16177