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IRIS 2012-10:Extra

Bulgarien

Bericht über die Quote europäischer Werke

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Rayna Nikolova

Neue bulgarische Universität

Im Hinblick auf die Anwendung von Artikel 16 und 17 der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) bzw. Artikel 19a des bulgarischen Radio- und Fernsehgesetzes für das Jahr 2011, in denen eine Quote für die Sendung europäischer Werke in den Programmen der linearen Fernsehveranstalter vorgesehen ist, haben die Mitglieder des съвет за електронни медии (Rat für elektronische Medien) Anfang November 2012 einen Bericht verabschiedet.

Der Bericht behandelt den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 und enthält Daten über 47 Fernsehprogramme mit nationaler Abdeckung und 28 lineare Mediendienste. Den linearen Mediendiensteanbietern wurde ein Fragebogen übermittelt, den nahezu alle von ihnen beantworteten. Nur drei lineare Mediendiensteanbieter antworteten nicht.

Bei über der Hälfte der Programme (27) wurde die Quote für die Sendezeit europäischer Werke erfüllt. Nach den angegebenen Daten wurde die Quote für die Ausstrahlung vom Fernsehveranstalter unabhängiger Produktionen bei 23 Fernsehprogrammen eingehalten.

In nur 4 Fernsehprogrammen lag der Prozentsatz für die Sendezeit europäischer Werke unter 10 %. Zwei dieser Programme waren solche des Anbieters „Fox International Channels“. In seiner Antwort hat der Anbieter „Fox International Channels Bulgarien“ den geringen Prozentsatz an Sendezeit für europäische Werke in den Programmen „Fox Crime“ und „Fox Life“ mit der thematischen Spezialität dieser Programme erklärt (beide Programme stellen das zivil- und strafrechtliche Rechtssystem der Vereinigten Staaten und die amerikanische Lebensart/-weise dar).

Im Bericht des Rates für elektronische Medien wird auch betont, dass die für die Ausstrahlung europäischer Werke vorgesehene Sendezeit in den Fernsehprogrammen der Veranstalter im Einklang mit der AVMD-Richtlinie vorbehalten werden soll, wenn dies praktisch durchführbar ist. Die Schlussfolgerung im Bericht des Rates für elektronische Medien besagt, dass das Prinzip der „praktisch möglichen Durchführbarkeit“, das in der Richtlinie festgelegt ist, einen Grund für eine liberale Auslegung der Bestimmungen gibt, die von der Richtlinie als wünschenswert empfunden wird.

Referenzen
Приложение: Форма с попълнени данни за прилагането на членове 16 и 17 от Директивата за аудиовизуални медийни услуги за 2011година, респективно, чл.19а от Закона за радиото и телевизията – европейски произведения в програмите на доставчиците на линей BG
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=17309
 
  CEM-Bericht, November 2012