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IRIS 2012-1:1/8

Österreich

Förderung der Digitalisierung von Programm- und Regionalkinos

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Harald Karl

Pepelnik & Karl Rechtsanwälte, Wien

Von 578 Kinosälen in Österreich sind 388 digitalisiert, welche sich primär in kommerziellen Kinos befinden. Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) und die Stadt Wien fördern nun die Digitalisierung von Programm- und Regionalkinos.

Die voranschreitende Umrüstung der Kinosäle kommerzieller Kinos von analoger auf digitale Vorführtechnik setzt Programm- und Regionalkinos zunehmend unter Druck, zumal auch im Bereich der Programmkinos Filmverleihe vermehrt auf digitale Filmkopien umsteigen. Die Kosten für die Umstellung belaufen sich auf rund EUR 80.000 pro Saal; kleinere Programmkinos können dies aus eigenen Mitteln meist nicht aufbringen.

Das BMUKK stellt für die Digitalisierung insgesamt EUR 1 Mio. zur Verfügung, die Hälfte hiervon für Programmkinos. Programmkinos zeichnen sich nach der Definition des BMUKK durch eine qualitativ hochwertige Programmierung aus, bieten programmbegleitende Filmvermittlungsmaßnahmen und dienen insbesondere als Festspielorte. In Programmkinos müssen in den letzten drei Jahren zumindest 10 % österreichische und 30 % europäische Filme vorgeführt worden sein; sie dürfen über nicht mehr als fünf Säle verfügen, von denen maximal drei umgerüstet werden dürfen.

Programmkinos werden mit einem Betrag von maximal EUR 20.000 pro Saal gefördert. Weitere Voraussetzung ist, dass sich die Länder oder Gemeinden an der Umstellung beteiligen. Es wird davon ausgegangen, dass die Digitalisierung von rund 25 Sälen gefördert werden kann.

Regionale Kinos werden hingegen mit einem Betrag von maximal EUR 5.000 pro Saal gefördert. Diese Kinos bedienen ein breites Publikum und bieten ein breiter gefächertes Filmprogramm an.

Die Maßnahme zielt darauf ab, die Digitalisierung möglichst vieler Kinos zu gewährleisten, um so insbesondere in den Regionen österreichisches und europäisches Kino zu fördern. Die konkreten Förderkriterien sollen von Vertretern der Kinos und Filmverleiher ausgearbeitet werden. Es sollen rund 100 Säle digitalisiert werden.

Die Stadt Wien stellt EUR 150.000 für die Digitalisierung der Programmkinos zur Verfügung. In Wien gibt es derzeit 16 Programmkinos mit 27 Sälen, die ihr Vorführsystem von analog auf digital umstellen sollten, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Gefördert werden Premierenkinos mit einem Maximalbetrag von EUR 20.000 pro Saal und Nachspielkinos mit einem Betrag bis EUR 15.000. Gefördert werden nur jene Kinos, welche schon jetzt als Programmkinos anerkannt sind und Förderungen erhalten.

Ziel der Förderung des BMUKK und der Stadt Wien ist es, den Programmkinos und damit der unabhängigen, künstlerischen und gesellschaftskritischen Filmprogrammierung die Zukunft zu sichern.

Referenzen
Pressemitteilung der BMUKK vom 12. Oktober 2011, BM Schmied und StR Mailath fördern die Kinodigitalisierung mit über 1 Mio Euro DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=15565