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IRIS 2011-5:1/22

Frankreich

Veröffentlichung der Verordnung „Web COSIP“

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Amélie Blocman

Légipresse

Die im vergangenen Oktober vom Minister für Kultur und Kommunikation für den 1. Januar 2011 angekündigte und seitdem von den Filmschaffenden erwartete Verordnung „Web-COSIP“ ist am 3. April 2011 endlich im französischen Amtsblatt veröffentlicht worden. Im Rahmen der Verordnung, die mit sofortiger Wirkung in Kraft trat, wird die finanzielle Unterstützung des Compte de soutien à l’industrie des programmes audiovisuels (finanzielle Förderhilfe für die audiovisuellen Medien – COSIP) auch auf Werke ausgeweitet, die nicht im Fernsehen ausgestrahlt werden. Die Verordnung ergänzt die bereits vom Centre national de la cinématographie (französisches Filminstitut – CNC) angebotenen Fördermittel, die seit 2007 bestehende selektive Unterstützung für neue Medienprojekte sowie die seit 2008 vergebene selektive und automatische audiovisuelle Unterstützung mit „gemischten“ Finanzierungen – TV und Internet. Die neue Förderhilfe kommt somit allen Werken zugute, die von einem VOD-Anbieter insbesondere im Internet angeboten werden. Zudem werden darin die Kriterien angepasst, nach denen ein audiovisuelles Produktionsunternehmen als unabhängig bezeichnet werden kann, damit es die selektive Finanzhilfe erhält. Der Präsident des CNC, Eric Garandeau, erklärte hierzu: „Diese unterschiedlichen Fördermaßnahmen spiegeln die Bereitschaft des Ministeriums für Kultur und Kommunikation und des CNC wider, das cinematographische und audiovisuelle Schaffen auf den neuen digitalen Plattformen, im Internet und auf den mobilen Empfangsgeräten, die für die Ausstrahlung und Aufwertung der französischen und europäischen Werke interessante Optionen darstellen, unterstützend zu begleiten.“ Mit einer weiteren, am gleichen Tag erschienenen Verordnung über „finanzielle Hilfen für die neuen Produktionstechnologien“ sollen die Förderhilfen für die Nutzung neuer Techniken zur Herstellung und Bearbeitung von Bild und Ton auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Verordnung fasst sämtliche diesbezüglich bestehenden Förderinstrumente in einem einzigen Text zusammen. Selektive Förderhilfen können in Form von Subventionen an in Frankreich ansässige Produktionsunternehmen vergeben werden, die neue Technologien zur Herstellung und Bearbeitung von Bild und Ton im Rahmen der Produktion abendfüllender oder kurzer Spielfilme verwenden und dabei auf stereoskopische Techniken zur Ausstrahlung von Filmen im 3D-Format in den Lichtspieltheatern bzw. auf Modelle und Träger zur Präsentation erster visueller und akustischer Elemente eines abendfüllenden Filmprojekts zurückgreifen. Diese Hilfen werden unter Berücksichtigung des innovativen Charakters der verwendeten Techniken vergeben sowie danach, inwieweit die Nutzung dieser Techniken dem künstlerischen Ansatz des Filmprojekts zugutekommt. Im Rahmen der Verordnung wird eine Kommission eingesetzt, die dem CNC eine beratende Stellungnahme zukommen lässt, bevor dieser in Person des Präsidenten eine Zu- oder Absage für die Förderhilfe erteilt.

Referenzen
Décret n° 2011-364 du 1er avril 2011 modifiant la réglementation relative au soutien financier de l'industrie audiovisuelle FR
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=13135
 
  Verordnung Nr. 2011-364 vom 1. April 2011 zur Änderung der Bestimmungen über die finanzielle Förderung der audiovisuellen Medien    
Décret n° 2011-365 du 1er avril 2011 relatif aux aides financières aux nouvelles technologies en production FR
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=13136
 
  Verordnung Nr. 2011-365 vom 1. April 2011 zur Finanzierungsförderung der neuen Produktionstechniken