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IRIS 2010-9:1/37

Türkei

Filmverwertungsgesellschaften schließen sich zusammen

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Eda Çataklar

Intellectual Property Research Center, Istanbul Bilgi University

Die Verwertungsgesellschaften im Bereich filmischer Werke haben sich unter dem Namen „Vereinigung der Verwertungsgesellschaften von Inhabern der Rechte an Filmwerken und Inhabern verwandter Schutzrechte“ zusammengetan.

Es sei darauf hingewiesen, dass in der Türkei mehr als eine Verwertungsgesellschaft für ein und denselben Bereich gegründet werden kann. Die Bereiche sind in Art. 7 der Verordnung über Inhaber der Rechte an geistigen und künstlerischen Werken und Inhaber verwandter Schutzrechte aufgelistet, nach der im Bereich filmischer Werke Autoren, Darsteller, Hörfunk- und Fernsehanstalten sowie Filmproduzenten eine oder mehrere gesonderte Verwertungsgesellschaften gründen können (siehe IRIS 2009-7:19/33).

Die Vereinigung stellt keine Föderation dar, sie bietet aber konstruktive Zusammenarbeit zwischen den acht Verwertungsgesellschaften: BIROY - Gesellschaft der Filmschauspieler, BSB - Vereinigung von Dokumentarfilmern, FİYAB - Gesellschaft der Filmproduzenten, SİNEBİR - Gesellschaft der Inhaber der Rechte an Filmwerken, SEYAP - Fachvereinigung der Filmproduzenten, SETEM - Gesellschaft der Rechteinhaber an Kino- und Fernsehwerken, TESİYAP - Gesellschaft der Produzenten von Fernseh- und Filmwerken, SESAM - Türkische Gesellschaft der Inhaber der Rechte an Filmwerken.

Entsprechend der Gründungsvereinbarung sind die Hauptziele der Vereinigung die Einnahme der Tantiemen und die Kommunikation mit privaten und öffentlichen Einrichtungen im Namen aller Filmverwertungsgesellschaften. Darüber hinaus will die Vereinigung Piraterie bekämpfen, gemeinsame Tarife festlegen, sich um die Aufzeichnung und Registrierung durch Verwertungsgesellschaften kümmern, einen Anteil an den Abgaben für Privatkopien erwirken, die vom Kultur- und Tourismusministerium erhoben werden (siehe IRIS Spezial: „Kreativität hat ihren Preis - Die Rolle der Verwertungsgesellschaften“, 2009), ein Medienmonitoringsystem einrichten und Lobbyarbeit hinsichtlich des Gesetzes über geistige und künstlerische Werke und ähnlicher Regelungen betreiben.

Das Exekutivkomitee der Vereinigung besteht aus den Vorsitzenden der beteiligten Verwertungsgesellschaften und entscheidet einstimmig. Entsprechend der Gründungsvereinbarung ist jede Verwertungsgesellschaft verpflichtet, die Entscheidungen der Vereinigung in ihren eigenen Exekutivkomitees zu bestätigen und damit zu übernehmen.

Als eine erste Handlung sind die Verwertungsgesellschaften im August in eine gemeinsame Zentrale umgezogen, die auf Ersuchen der Vereinigung vom Kulturministerium zur Verfügung gestellt wurde.

Bis heute war ungeachtet der Anstrengungen, gemeinsam die anstehenden Probleme zu lösen, keine der Bemühungen der Verwertungsgesellschaften im Bereich filmischer Werke erfolgreich. Sie waren eher untätig, während die Verwertungsgesellschaften im Musikbereich beachtliche Fortschritte erzielt haben (siehe IRIS 2009-2:19/32).

Die Einrichtung der erwähnten Vereinigung lässt jedoch auf eine bessere Situation in Bezug auf die Rechteinhaber filmischer Werke hoffen.