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IRIS 2010-8:1/10

Österreich

Betreiber eines illegalen Downloadservers verurteilt

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Christian Mohrmann

Institut für Europäisches Medienrecht (EMR), Saarbrücken/Brüssel

Das österreichische Landesgericht für Strafsachen Wien hat nach Medienangaben am 22. Juni 2010 den deutschen Betreiber eines Downloadservers auf Abonnement-Basis zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Abonnenten konnten Raubkopien aktueller Musik, Filme und Serien über den FTP-Server des Betreibers herunterladen. Er warb in einschlägigen Foren für sein Angebot und stellte dabei zwei Download-Tarife zur Auswahl. Sogenannte „wenig Lader“ konnten für EUR 15 einen datenmäßig beschränkten Zugang erhalten. Für EUR 20 wurde ein unbeschränkter Downloadzugang angeboten.

Aufgrund einer Anzeige wurde der österreichische Verein für Anti-Piraterie der Film- und Videobranche e. V. (VAP) auf das Angebot aufmerksam. Er setzte private Ermittler zur Sammlung von Beweisen ein, die mit Unterstützung der deutschen Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) den Betreiber über die angegebene Bankkonten-Verbindung identifizieren konnten.

Der Verurteilte reagierte auf eine Abmahnung nicht, stellte aber den Serverdienst ein. Während er in der ersten mündlichen Verhandlung noch alle Vorwürfe bestritt, erschien er dann in der zweiten Verhandlung nicht mehr und wurde in Abwesenheit verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.