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IRIS 2010-6:1/30

Frankreich

Der CSA klärt die Regulierung der audiovisuellen Mediendienste auf Abruf

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Amélie Blocman

Légipresse

Am 20. April 2010 hat der CSA eine Zusammenfassung der Konsultation veröffentlicht, die er im Juni 2009 zur Regulierung der abrufbaren audiovisuellen Mediendienste gestartet hatte. Der Text legt Leitlinien für On-Demand-Dienste fest und gibt Empfehlungen für interaktive Anwendungen und Zusatzdienste zu Fernseh- und Rundfunkdiensten, für die Verfahren zur Genehmigung neuer Dienste und für die interaktive Werbung. Eines der Themen der Konsultation ist das Catch-up TV und die Art des Angebots für die Zuschauer. Um den Ausbau dieser Dienste zu fördern, hat der CSA beschlossen, die Verbreitung von Sendungen vor ihrer Ausstrahlung über das Fernsehen zu genehmigen. Nach Auffassung des CSA kann Catch-up TV durchaus nach einem anderen Geschäftsmodell (kostenlos oder kostenpflichtig) angeboten werden als die Programme des Senders, an den das zeitversetzte Fernsehen angegliedert ist. Die anderen audiovisuellen Kommunikationsdienste wie Video-on-Demand im Download-Verfahren oder der elektronische Programmführer („EPG“, ein interaktives Menu, das über den Fernsehbildschirm zugänglich ist und über das man Zugriff hat auf das gesamte von einem Sender ausgestrahlte Fernsehprogramm), können beim DVB-T erst nach einer Ausschreibung der Funkfrequenzen genehmigt werden, die vom Rat festgelegt werden müssen. Der Rat schlägt vor, dass die Akteure bis zum Jahresende ein Weißbuch über diesen elektronischen Programmführer vorlegen, das dann als Grundlage für die Ausschreibung dienen soll.

Die Zusammenfassung befasst sich auch mit dem Problem der Zusatzdienste, die das digitale terrestrische Fernsehen ergänzen oder bereichern sollen. Diese Dienste können über die Funkfrequenz verbreitet werden, die dem Sender zugeteilt wurde, aber die Vertragsbedingungen dieser Dienste müssen geändert werden. Der Rat setzt sich für die Durchführung von Tests ein, um festzustellen, wie groß der Bedarf an solchen Diensten ist und welche Frequenzen dafür erforderlich sind. Außerdem ist er der Meinung, dass die audiovisuellen Fernsehdienste auf Abruf hinsichtlich Kinderschutz und Pflichten der Fernsehveranstalter besondere Probleme mit sich bringen. Daher werde er demnächst eine Stellungnahme zu diesem Thema vorlegen. Was die interaktive Werbung anbelangt, so ist der CSA der Meinung, dass eine strikte Trennung zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten erforderlich ist. Außerdem setzt sich der Rat dafür ein, dass spezielle gesetzliche Regelungen für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen eingeführt werden sollten, damit diese ebenfalls Zugang zu solchen Diensten haben, und er schlägt vor, seine Zuständigkeit für die Regelung von Auseinandersetzungen auch auf die audiovisuellen Mediendienste auf Abruf auszudehnen. Dabei soll gegebenenfalls die Stellungnahme der Autorité de régulation des communications électroniques et des postes (Regulierungsbehörde für elektronische Telekommunikation und Post - ARCEP) eingeholt werden.

Referenzen
Synthèse de la consultation relative au déploiement des services relevant de l’article 30-5 de la loi du 30 septembre 1986, aux données associées aux services de la TNT et de la RNT ainsi qu’à la régulation des SMAD FR
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12464
 
  Zusammenfassung der Konsultation über die Bereitstellung audiovisueller Abrufdienste gemäß Art. 30 Abs. 5 des Gesetzes vom 30. September 1986, über Zusatzdienste zu DVB-T-Diensten und Diensten im Zusammenhang mit digitalem terrestrischem Rundfunk sowie über die Regulierung der audiovisuellen Abrufdienste