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IRIS 2010-5:1/37

Slowenien

Unterstützung für das Umfeld von Filmproduktionen

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Denis Miklavcic

Verbandskonferenz der Freiberufler in Kultur und Medien (SUKI)

Ende Januar 2010 wurde das Zakon o Slovenskem filmskem centru (Gesetz über das slowenische Filmzentrum) vorgeschlagen, das zum ersten Schritt in Richtung einer prosperierenden slowenischen Filmindustrie werden könnte. Die öffentliche Diskussion dazu endete am 4. März 2010.

Der Filmsektor ist eine der Säulen kultureller Vielfalt. Seine Stärke liegt in der Fähigkeit, Grenzen zu überwinden und zu angemessenen Kosten den Erdball zu bereisen. Filmproduktion ist das kostenintensivste Segment der Filmindustrie. Der härteste Teil der Arbeit eines Produzenten ist die Mittelbeschaffung, und es kostet die Produzenten viel Zeit, die Investitionskosten zu decken und Gewinn zu erzielen.

Produzenten müssen Distributoren finden, um ihre Produkte über Rundfunkveranstalter auf dem Markt zu platzieren. In Slowenien liegt der Anteil der Rundfunkveranstalter an den Gesamteinnahmen aus Verkäufen vor Steuern bei 40-60 Prozent. Die Distributoren bekommen 15-40 Prozent vom verbleibenden Betrag. Der Rest geht an den Produzenten, der davon Tantiemen an die Autoren, Steuern und an die Investoren bezahlen muss.

Um einen Anreiz zur Filmproduktion zu geben, gewährt der Filmski sklad Slovenije (slowenischer Filmfonds - FS) Produzenten einen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent der Einnahmen bei 10.000-20.000 Zuschauern, von 15 Prozent bei bis zu 30.000, von 20 Prozent bei bis zu 40.000, von 25 Prozent bei bis zu 50.000 und von 30 Prozent bei über 50.000 Zuschauern. Der Produzent muss den Zuschuss allerdings in seine nächste Produktion investieren, die vom FS kofinanziert wird. Da der slowenische Markt relativ klein ist, zog der bislang am besten besuchte Film ungefähr 500.000 Zuschauer in die Kinos. Die durchschnittlichen Kinobesucherzahlen für slowenische Filme liegen bei 10.000 Zuschauern. Es muss ein unterstützendes Umfeld für Filmproduktion geschaffen werden, da die Industrie auf den Binnenmarkt der slowenischsprachigen Bevölkerung beschränkt ist. Von größter Bedeutung ist eine Unterstützung für Produzenten, um in den europäischen Markt einzutreten, auf dem immer noch slowenische audiovisuelle Inhalte fehlen.

Typisch für Slowenien ist, dass sich Produzenten für Projekte organisieren. Sie heuern Unternehmen und Freiberufler an, um das Projekt auszuführen. Die Schwachpunkte in einem solchen Modell sind die fehlende Produktionsinfrastruktur, ungenügende Geschäfts- und Marketingstrategien, kaum langfristiges Wachstum und Entwicklung sowie geringe Bildung und Ausbildung.

Entscheidend für die audiovisuelle Industrie sind unabhängige Produzenten, die in einem Wettbewerbsmarkt arbeiten. Die staatlichen Institutionen sollten eine stabile Finanzquelle und Mechanismen bereitstellen, Geschäftskompetenzen wie -wissen fördern, ausländische Märkte öffnen, einen entsprechenden sozialen Status für Arbeitskräfte gewährleisten und den sozialen Dialog im Sektor unterstützen.

Der Gesetzentwurf führt staatliche Beihilfe in Form eines Zuschusses anstelle von Investitionen ein. Die Einkünfte fließen dem Produzenten somit direkt zu und er kann seine Kapitalausstattung stärken, um in zukünftige Projekte zu investieren. Das Modell bietet Produzenten Anreize, sich im Markt zu betätigen und die Distribution des Produkts zu kontrollieren.

Referenzen
Osnutek Zakona o Slovenskem filmskem centru SL
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12370
 
  Gesetzentwurf über das slowenische Filmzentrum