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IRIS 2010-5:1/25

Vereinigtes Königreich

Beschwerden wegen Fernsehwerbung zum Klimawandel abgewiesen

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Tony Prosser

School of Law, University of Bristol

Die Advertising Standards Authority (die Selbstregulierungseinrichtung, an die der britische Kommunikationsregulierer Ofcom die Regulierung von Werbehinhalten delegiert hat) hat 939 Beschwerden gegen einen staatlichen Werbespot zu den Auswirkungen des Klimawandels abgewiesen. Sie befand nicht über die Frage, ob die Werbung gegen das Verbot von politischer Werbung verstoßen hat, da dies der Ofcom selbst obliegt, und gab Beschwerden gegen entsprechende Zeitungsanzeigen teilweise statt.

Die Fernsehwerbung für die staatliche Kampagne „Act on CO2“ („Tu etwas gegen CO2“) zeigt ein kleines Mädchen, dem eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen wird, die die Auswirkungen des Klimawandels illustriert und nahelegt, dass es vom Zuschauer abhängt, ob es ein gutes Ende geben wird. In den Zeitungsanzeigen wurde die Problematik des Klimawandels mit bekannten Kinderreimen illustriert (zum Beispiel „Rub-a-dub-dub, drei Männer in einer Wanne, ein notwendiges Vorgehen wegen plötzlicher Überschwemmungen aufgrund des Klimawandels“). Es gab zehn Gründe für die Beschwerden, etwa dass die Fernsehwerbung Kinder verunsichern könnte und dass es irreführend sei, den von Menschen verursachten Klimawandel als Tatsache darzustellen und zu behaupten, „über 40 Prozent des CO2“ stamme „von alltäglichen Dingen“. Die ASA wies alle Beschwerden zu der Fernsehwerbung ab. Die Werbung sollte nicht während oder im Umfeld von Sendungen gezeigt werden, die speziell für Kinder gemacht sind, so dass es unwahrscheinlich sei, dass sie ihnen Schaden zufüge oder sie unzulässig verunsichere. Große internationale Einrichtungen seien sich einig über die Beweise dafür, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird, und keine nationale oder internationale Einrichtung mit Kompetenz im Bereich Klimawissenschaft habe widersprochen, sodass es angemessen sei, diesen Beweisen zu vertrauen. Die Behauptung über die CO2-Quellen in der Werbung sei qualifiziert gewesen und habe sich auf offizielle Statistiken gestützt, eine Irreführung sei daher unwahrscheinlich.

Die Behörde gab jedoch Beschwerden gegen zwei Presseanzeigen statt, die in ihren Vorhersagen extremer Wetterbedingungen zurückhaltender hätten formuliert werden müssen.

Referenzen
Advertising Standards Authority, ‘ASA Adjudication on Department of Energy and Climate Change’, 17 March 2010 EN
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12377
 
  ASA-Urteil zum Ministerium für Energie und Klimawandel, 17. März 2010