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IRIS 2010-5:1/18

Deutschland

Neue Werberichtlinien zu Produktplatzierungen verabschiedet

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Christian Mohrmann

Institut für Europäisches Medienrecht (EMR), Saarbrücken/Brüssel

Die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten (GK der LMA) hat die Vorgaben des 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrags (RÄStV, siehe IRIS 2010-1/16) zu Produktplatzierungen (PP) im Privatfernsehen konkretisiert.

Die Richtlinien, die noch von den jeweiligen LMA beschlossen werden müssen, unterscheiden zwischen bezahlten und unbezahlten PP (sogenannte Produktionshilfen), die jeweils unter bestimmten Umständen erlaubt sind. Schleichwerbung bleibt weiterhin verboten.

Bezahlte PP dürfen nur „aus überwiegend programmlich-dramaturgischen Gründen eingebaut werden“. Die Sendungen und Filme müssen dann zu Beginn und am Ende sowie nach jeder Werbepause mit einem entsprechenden Logo gekennzeichnet werden. Die Platzierung des Produkts darf keinen werblichen Charakter haben, denn dies wäre ein Merkmal für verbotene Schleichwerbung.

Die Kennzeichnungspflicht gilt nicht für unentgeltliche Beihilfen und Produktionshilfen, solange sie keinen bedeutenden Wert haben. Konkretisiert wurde auch der Begriff „bedeutender Wert“: die Grenze liegt bei einem Prozent der gesamten Produktionskosten, maximal aber bei EUR 1.000. Haben die Produktionshilfen einen Wert, der darüber liegt, müssen auch die so unterstützten Sendungen entsprechend gekennzeichnet werden.

Für die öffentlich-rechtlichen Sender sind gemäß dem Rundfunkänderungsstaatsvertrag Produktionshilfen die einzige zugelassene Form der PP. Auch hier müssen solche von bedeutendem Wert gekennzeichnet werden.

Referenzen
Gemeinsame Richtlinien der Landesmedienanstalten für die Werbung, die Produktplatzierung, das Sponsoring und das Teleshopping im Fernsehen (WerbeRL / FERNSEHEN) (i. d. F. vom 23. Februar 2010) DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12344