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IRIS 2010-4:1/7

Bosnien und Herzegowina

Hindernisse für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bestehen weiter

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Dusan Babic

Medienforscher und Analyst, Sarajevo

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat ihre tiefe Besorgnis über die Situation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Bosnien-Herzegowina ausgedrückt.

Der Generaldirektor der EBU schickte am 18. Februar 2010 einen Brief an beide Häuser des Parlaments von Bosnien-Herzegowina, mit Kopien an die gemeinsame Präsidentschaft und an den Ministerpräsidenten, in dem er sie dazu aufrief, sich für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einzusetzen. Eine Kopie des Briefs ging auch an die internationalen Hauptakteure im Bosnien-Herzegowina nach Dayton, darunter den Europarat, die OSZE und die UNESCO.

In dem Schreiben heißt es unter anderem, dass „ein Mediengesetz nach europäischen Standards am 8. Januar 2006 in Kraft getreten ist, aber leider noch nicht umgesetzt wurde und noch immer behindert wird. Dies ist sehr schädlich für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Ihrem Land, die Interessen Ihrer Bürger und die Bemühungen Bosnien-Herzegowinas, Anschluss an die europäische Normalität zu finden.“

Es wurde auch auf die Verzögerungen bei der Digitalisierung hingewiesen, deren Fortdauer zu einer Isolation des Lands vom übrigen Europa führen könnte.

Insbesondere ein Thema sorgte bei den Bürgern Bosnien-Herzegowinas für Besorgnis: die Ankündigung, dass den Zuschauern in Bosnien-Herzegowina der Zugang zumEurovision Song Contestund zur Weltmeisterschaft verwehrt werde, wenn das EBU-Mitglied in Bosnien-Herzegowina nicht innerhalb der kommenden Monate mit umfangreichen Rückzahlungen seiner Schulden an die Union beginnt.

Das EBU-Mitglied in Bosnien-Herzegowina ist der landesweite öffentlich-rechtliche Sender Radio-Televizija Bosne i Hercegovine (BHRT). Er ist mit einem Betrag von CHF 2,9 Mio. aus den Jahren 2002 bis 2009 im Rückstand.

Referenzen
Pressemitteilung: EBU fordert Bosnien-Herzegowina auf, sich für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einzusetzen