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IRIS 2010-4:1/38

Rumänien

Landesweites Warnsystem für Fälle entführter oder vermisster Minderjähriger

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Mariana Stoican

Journalistin, Bukarest

Vertreter des Inspectoratul General al Poliţiei Române (Generalinspektorat der Rumänischen Polizei), des Ministerul Public (Generalstaatsanwaltschaft) sowie des Centrul Român pentru Copii Dispăruţi şi Exploataţi Sexual (Rumänisches Zentrum für vermisste und sexuell missbrauchte Kinder - FOCUS) haben am 25. Februar 2010 im Rahmen einer öffentlichen Sitzung geprüft, wie das europäische Projekt „Nationale Warnsysteme für Fälle entführter/vermisster Minderjähriger“ in Rumänien umgesetzt werden kann. An der Durchführung des Projekts beteiligen sich auch rumänische Rundfunkanbieter sowie die Direcţia pentru Apel Unic de Urgenţă „112“ (Direktion für den einheitlichen Notruf „112“).

Durch die Schaffung eines landesweiten Frühwarnsystems soll die Bevölkerung schnell über die Entführung oder das Vermisstwerden eines Minderjährigen informiert werden, um mittels eines eigens dafür ins Leben gerufenen Mechanismus so schnell wie möglich etwaige Hinweise an die zuständigen Behörden liefern zu können.

In dem gegenwärtig zur Debatte stehenden Entwurf über die Einführung dieses Warnmechanismus wird vorgeschlagen, dass das Polizeiinspektorat, in dessen Bezirk die Kindesentführung stattgefunden hat, in den Fällen, in denen damit gerechnet werden muss, dass sich der Minderjährige in Lebensgefahr befindet, Informationen über Namen und Vornamen, Alter, Wesensmerkmale, ein Foto des betreffenden Kinds sowie Datum und Ort des Verschwindens zu veröffentlichen hat.

Eine E-Mail-Adresse und eine kostenlose Telefonnummer (112/116000) sollen der Bevölkerung für Hinweise bereitgestellt werden. Die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernseh- und Hörfunkanstalten werden als Partner der zuständigen Behörden in bestimmten Intervallen (alle drei oder sechs Stunden) Informationen über den Vorfall ausstrahlen, die Presseagenturen sollen sich durch Plakate an den Suchaktionen beteiligen, außerdem sollen auf den Straßen, in den Bahnhöfen, Flughäfen und U-Bahn-Stationen Informationsblätter durch die Transportgesellschaften ausgestellt werden. Als Partner dieser Suchaktionen werden auch die Betreiber von Internetdienstleistungen (über Websites und elektronische Banner) sowie die Mobilfunkgesellschaften (für SMS/MMS) in Erwägung gezogen.

Dieses, von der Europäischen Kommission mit EUR 236.000 finanzierte Projekt wird von dem Generalinspektorat der Rumänischen Polizei mit EUR 53.828 und von dem Zentrum „FOCUS“ mit EUR 6.000 kofinanziert und soll in dem Zeitraum Januar bis Dezember 2010 zur Abwicklung kommen.

Referenzen
Proiect: Sistemul naţional de alertă răpire/dispariţie gravă a unui copil RO
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12338
 
  Projekt „Nationale Warnsysteme für Fälle entführter/vermisster Minderjähriger“