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IRIS 2010-4:1/23

Frankreich

CSA legt Bedingungen zur Produktplatzierung im Fernsehen fest

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Amélie Blocman

Légipresse

Nach Beratung mit den betroffenen Berufsbranchen hat der Conseil supérieur del’audiovisuel (Rundfunkaufsichtsbehörde - CSA) am 5. März 2010 einen Beschluss veröffentlicht, in dem festgelegt wird, unter welchen Bedingungen Produktplatzierung gemäß Artikel 14-1 des Gesetzes vom 30. September 1986, das per Gesetz vom 5. März 2009 zur Umsetzung der AVMD-Richtlinie geändert wurde, zulässig ist. Es wird zum einen präzisiert, was unter Produktplatzierung zu verstehen ist: die entgeltliche Platzierung, das heißt die vertraglich festgeschriebene Bereitstellung von Waren oder Dienstleistungen, deren Markenname im Rahmen der Sendung erkennbar ist. Produktplatzierung ist ab sofort in Kinospielfilmen, audiovisuellen Spielfilmen und Musikvideos zulässig; ausgenommen sind Nachrichten- und Informationssendungen, Dokumentarfilme und Kindersendungen. Verboten ist zudem die Produktplatzierung von Produkten, bei denen aus Gründen der Gesundheit oder öffentlichen Sicherheit Werbung generell verboten bzw. nur eingeschränkt zulässig ist (Alkohol, Tabakerzeugnisse, Arzneimittel, Feuerwaffen). Ebenfalls unzulässig ist die Produktplatzierung für Geld- und Glücksspiele. Gemäß Artikel 14-1 des Gesetzes vom 30. September 1986 müssen Programme, die Produktplatzierungen enthalten, zudem bestimmte Bedingungen erfüllen: Ihr Inhalt und ihr Programmplatz dürfen keinesfalls so beeinflusst werden, dass die redaktionelle Verantwortung und Unabhängigkeit des Mediendiensteanbieters beeinträchtigt werden; es darf nicht direkt zum Kauf von Produkten oder zur Inanspruchnahme von Dienstleistungen, insbesondere mittels konkreten Werbebotschaften für diese Produkte, Dienstleistungen oder Marken aufgefordert werden; die Produktplatzierung darf die betreffenden Produkte, Dienstleistungen oder Marken nicht in ungerechtfertigter Weise herausstellen. Ein Piktogramm muss den Fernsehzuschauer über das Bestehen einer Produktplatzierung in einer Sendung informieren. Wird die Produktplatzierung in einer Sendung vorgenommen, die vom Mediendiensteanbieter produziert, koproduziert oder im Voraus erworben wurde, sind die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Werbetreibenden, dem Produzenten und dem Mediendiensteanbieter vertraglich zu regeln.

Referenzen
Délibération du CSA no 2010-4 du 16 février 2010 relative au placement de produit dans les programmes des services de télévision, JO du 5 mars 2010 FR
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12315
 
  Beschluss des CSA Nr. 2010-4 vom 16. Februar 2010 zur Produktplatzierung in Fernsehsendungen; Amtsblatt vom 5. März 2010