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IRIS 2010-3:1/35

Schweden

Nutzung personenbezogener Daten bei mobilen Inhaltsdiensten

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Helene H. Miksche and Sanna Thiel

Bird & Bird, Stockholm

Der rasant wachsende Markt für mobile Inhaltsdienste wie Wetterberichte und Nachrichten bietet den Mobilbetreibern die Möglichkeit, personenbezogene Daten an Anbieter von Inhalten zu verkaufen. In einem gemeinsamen Projekt haben dieDatainspektionen(schwedische Datenschutzbehörde) und die Post- och telestyrelsen (schwedische Post- und Telekombehörde - PTS) geprüft, wie personenbezogene Daten bei mobilen Inhaltsdiensten verwaltet werden.

Eines der Projektergebnisse lautet, dass viele Akteure im Markt unterschiedlicher Auffassung darüber sind, welche Vorschriften für ihre Tätigkeiten gelten. Die Folge ist Unsicherheit darüber, wer für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten verantwortlich ist.

Die zwei Behörden kamen zu der Erkenntnis, die Verarbeitung personenbezogener Daten bei mobilen Inhaltsdiensten sei im Allgemeinen befriedigend, in einigen Bereichen könnten aber noch Verbesserungen vorgenommen werden. Diese beträfen zum Beispiel Informationen, die die Anbieter von Inhalten den Nutzern im Zusammenhang mit ihrem Recht auf Informationen darüber, welche Daten vom ihm verarbeitet werden, zur Verfügung stellen müssen sowie die Möglichkeit für Nutzer, Berichtigungen zu verlangen, und die Informationen, warum personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden.

Der Bericht beinhaltet eine Reihe von Empfehlungen; unter anderem dürfen Betreiber, wenn es nicht nötig ist, keine Mobilfunknummern zur Identifizierung benutzen, da der Zugang zu Mobilfunknummern Anbietern von Inhalten ermöglicht, die Nutzung von mobilen Inhaltsdiensten durch Verbraucher auszuforschen. Dies bedeutet, die Betreiber sollten ihre Systeme zum Beispiel zur Ortung und Abrechnung nicht derart gestalten, dass Telefonnummern zur Identifizierung des Abonnenten verwendet werden. Nach Behördenmeinung sei es ausreichend, vermehrt anonyme Informationen zu verwenden, die ausschließlich der Mobilbetreiber bis zum Abonnenten zurückverfolgen kann.

Darüber hinaus müssten Integritätsfragen bereits bei der Entwicklung neuer Dienste berücksichtigt werden, zum Beispiel durch die Klassifizierung von Informationen und durch Risikoanalysen. Eine Verbesserung des Integritätsschutzes zu einem späteren Zeitpunkt ist schwieriger und teurer. Oftmals ist es auch angebracht, Informationen durch sichere Authentifizierungsverfahren und durch Verschlüsselung zu schützen. Authentifizierung und Transaktionen sollten zudem protokolliert werden, um eine Rückverfolgung zu ermöglichen.

Referenzen
Användning av trafikuppgifter i mobila innehållstjänster - Rapport efter avslutad tillsyn SV
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12248
 
  Nutzung von Verkehrsdaten bei mobilen Inhaltsdiensten - Überprüfungsergebnisbericht