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IRIS 2010-10:1/40

Vereinigte Staten

Federal Communications Commission ebnet den Weg für Super-WiFi

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Alexander Malyshev

Stern & Kilcullen

Am 23. September 2010 hat die US-Bundesbehörde für Kommunikation (Federal Communications Commission - FCC) ihre Bestimmungen für den Betrieb lizenzfreier drahtloser Geräte im ungenutzten Teil des Rundfunkfrequenzspektrums fertiggestellt. Diese als „weiße Flecken“ (white spaces) bekannten Frequenzbänder sind die Lücken zwischen den früheren analogen Fernsehkanälen, die im Rahmen der landesweiten Umstellung auf digitales Fernsehen im Juni 2009 freigegeben wurden. Dies ist ein wichtiger Schritt zu einer Technologie, die der FCC-Vorsitzende Julius Genachkowski als „Super-WiFi“ bezeichnet.

Durch die Umwidmung dieser Frequenzen für eine lizenzfreie Nutzung ermöglicht die FCC Unternehmen die Entwicklung von Produkten, die diese Teile des Spektrums für eine breite Vielfalt von Funktionen nutzen können, solange die lizenzierten Frequenzen nicht gestört werden. Als die FCC 1985 ungenutzte Bänder für die allgemeine Nutzung freigab, war das Ergebnis eine große Vielfalt an Funktechnologien, darunter Garagentor-Fernbedienungen, schnurlose Telefone und „WiFi“. Vor der Abstimmung erklärte der Vorsitzende Genachkowski in einem Interview, die FCC glaube, „dass sich Geschichte wiederholen kann und die lizenzfreien Frequenzen als Katalysator für private Investitionen dienen werden - sie werden eine neue Plattform für Innovatoren und Unternehmer schaffen, um neue und aufregende Produkte für die Öffentlichkeit zu entwickeln“.

Nach den Worten Genachkowskis werden Signale auf den neuen Frequenzen eine höhere Reichweite haben, durch Wände gehen und mehr Informationen übertragen können als die bestehende Generation von WiFi-Systemen. Obwohl einige technische Fragen noch ungeklärt sind, haben Unternehmen wie Microsoft und Google - als Teil der „White Spaces Coalition“, die sich für die Nutzung der lizenzfreien Frequenzen einsetzt - bereits Forschungsteams aufgestellt und testen diese nächste Generation von Funknetzen.

Das experimentelle „White-Fi“ von Microsoft deckt sogar bereits den größten Teil seines 202 Hektar großen Firmengeländes mit nur zwei Sendern ab. Laut Microsoft erzielen die Signale auf den Wellenlängen der „weißen Flecken“ mindestens die dreifache Reichweite gegenüber WiFi, decken die neunfache Fläche ab und dringen besser durch Gebäude. Die FCC hofft, dass diese Maßnahme neue Möglichkeiten für Unternehmen und Kommunen schaffen wird, die aufgrund des breiteren Frequenzspektrums - und daher geringerer Kosten für Sender -schnellere, bessere und vielleicht auch billigere Dienstleistungen anbieten können, als die bestehende Funktechnologie den Verbrauchern bietet.

Der Vorsitzende Genachkowski erklärte auch, die Vereinigten Staaten würden die Technologie als erste Nation einsetzen, obwohl auch Länder wie Großbritannien, Frankreich und Brasilien sie derzeit prüfen.

Referenzen
Second Memorandum Opinion and Order - in the Matter of Unlicensed Operation in the TV Broadcast Bands - Additional Spectrum for Unlicensed Devices Below 900 MHz and in the 3 GHz Band, adopted on 23 September 2010 EN
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12791
 
  Zweiter vorläufiger Beschluss und Anordnung zum lizenzfreien Betrieb in Fernsehfrequenzbändern - zusätzliche Frequenzen für lizenzfreie Geräte unter 900 MHz und im 3-GHz-Band, verabschiedet am 23. September 2010