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IRIS 2010-10:1/32

Frankreich

Abkommen zwischen Youtube und Sacem über die Urheberrechte

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Amélie Blocman

Légipresse

Nach vier Jahren zäher Diskussionen haben die französische Verwertungsgesellschaft Sacem (Société des Auteurs, Compositeurs et Editeurs de musique) und das Online-Videoportal YouTube die Unterzeichnung eines Abkommens angekündigt, welches am 30. September 2010 bekannt gemacht worden war. Es handelt sich um das erste Abkommen dieser Plattform mit einer französischen Verwertungsgesellschaft.

Die Verwertungsgesellschaft Sacem vertritt die Rechte und Interessen von Autoren, Regisseuren, Humoristen, Komponisten und Musikverlegern und fördert damit das Musikschaffen. Hauptaufgabe der Gesellschaft ist es, die Urheberrechtsabgabe einzuziehen und an die Rechteinhaber, deren Werke ausgestrahlt oder vervielfältigt wurden, auszukehren. Im Rahmen dieses Abkommens sollen alle Künstler, deren Werke von der Sacem verwaltet werden, eine Vergütung für ihre auf YouTube zugänglichen Werke erhalten, somit für jedes Musikvideo. Der Vertrag umfasst das auf der Online-Videoplattform zugängliche Musikrepertoire weltweit, auch die anglo-amerikanischen Repertoires, solche multinationaler Musikverlage sowie alle anderen Werke, die von der Sacem seit dem Start von YouTube verwaltet werden.

Die an die Musikschaffenden zu entrichtenden Beträge, die ab 2006 bis zur Unterzeichnung des Abkommens angefallen sind, werden entsprechend dem Marktanteil des Portals und den von der Konkurrenz entrichteten Beträgen berechnet. Für den Zeitraum 2011/2012 erfolgt die Vergütung der bei der Verwertungsgesellschaft registrierten Künstler auf der Grundlage der Werbeeinnahmen, die YouTube mit der Seite erwirtschaftet, auf der das Video steht. Das Abkommen mit einer Laufzeit bis 2012 entspricht dem Wunsch von YouTube, das Musikschaffen zu fördern und die online zugänglichen Werke der Künstler aufzuwerten. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Sacem erklärte: „Das Abkommen unterstreicht noch einmal unseren Willen, die legale Nutzung von Inhalten im Web, insbesondere auf den Online-Videoportalen, zu fördern. Es war wichtig und von symbolischer Bedeutung, dass Kulturschaffende entlohnt werden, sobald ihre Inhalte auf einer so bedeutenden Plattform wie Youtube entdeckt und gewürdigt werden.“ Allerdings gilt das Abkommen nur für Musikvideos. YouTube muss in Frankreich zudem noch mit den französischen Verwertungsgesellschaften Société des auteurs et compositeurs dramatiques (Gesellschaft der dramatischen Schriftsteller und Komponisten - SACD) und Société civile des auteurs multimédias (Gesellschaft bürgerlichen Rechts der Multimedia-Autoren - SACM) verhandeln, damit die Videos mit Blick auf den Schutz der Urheberrechte vollständig abgesichert sind.

Referenzen
Communiqué de presse de la Sacem, 30 septembre 2010 FR
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12749
 
  Pressemitteilung der Sacem vom 30. September 2010