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IRIS 2010-1:1/27

Griechenland

Übergang zu terrestrischem Digitalfernsehen in Griechenland im Gang

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Alexandros Economou

Nationaler Hörfunk- und Fernsehrat, Athen

Die erste terrestrische Digitalübertragung von privaten landesweiten Fernsehkanälen über den Digitalanbieter Digea fand in Griechenland am 24. September 2009 in einem Gebiet des Nord-Peloponnes statt; die laufende Planung sieht ebenfalls den unverzüglichen Start von Übertragungen in großen städtischen Zentren vor. Griechenland ist somit offiziell in die Phase der Digitalumstellung eingetreten, die im Ministerialbeschluss vom August 2008 vorgesehen ist und die die Frequenzen festlegt, über die die etablierten Fernsehsender ihre analogen Programme digital übertragen können. Auf institutioneller Ebene haben diese Sender bereits im Januar 2009 die erforderliche Lizenz vom Εθνικό Συμβούλιο Ραδιοτηλεόρασης (nationaler Hörfunk- und Fernsehrat - ΕΣΡ) für digitales Simulcasting ihrer analogen Programme erhalten; 42 Sendern mit regionaler Reichweite wurde die gleiche Lizenz erteilt. Im Land waren bereits seit 2006 zwei digitale Frequenzbänder des öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalters Ελληνική Ραδιοφωνία Τηλεόραση (griechischer Hör- und Fernsehfunk - ΕΡΤ) in Betrieb, über die die vier bestehenden analogen Kanäle wiederausgestrahlt und drei digitale Kanäle ausgestrahlt werden. Die technische Methode zur Signalkodierung der landesweiten privaten Kanäle ist jedoch MPEG-4, während das öffentlich-rechtliche Fernsehen sich für MPEG-2 entschieden hat, was die Verbreitung der neuen Übertragungsmethode unter den Verbrauchern verhindert.

Auf gesetzgeberischer Ebene kam es zu einer Verzögerung in Verbindung mit der Veröffentlichung des Präsidialerlasses, mit dem entsprechend dem kürzlich verabschiedeten Gesetz 3592/2007 das Lizenzvergabeverfahren für terrestrisches Digitalfernsehen (DTT) geregelt wird; die Frequenzen, die für diesen Zweck genutzt werden sollen, wurden noch nicht festgelegt. Der Fortschritt von DTT kämpft mit Hindernissen, da es keine zentrale Planung und keinen geordneten Zeitrahmen gibt, während die allgemeine Koordination der Frequenzen ebenfalls behindert wird, da noch nicht alle Fernsehsender eine Genehmigung haben. Die neue politische Führung im Innenministerium und im Verkehrs- und Kommunikationsministerium, die nach den jüngsten Parlamentswahlen in Griechenland am 4. Oktober 2009 ins Amt kam, ist nun aufgefordert, schnelle Antworten auf diese Probleme zu finden.

Referenzen
Απόφαση Αριθμ. 604/20.11.2008 του Εθνικού Συμβουλίου Ραδιοτηλεόρασης EL
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12107
 
  Beschluss Nr. 604/20.11.2008 des nationalen Hörfunk- und Fernsehrats