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IRIS 2009-1:Extra

Serbien

RTL steigt mittels Übernahme in den serbischen Markt ein

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Miloš Živković

Belgrade University School of Law - Živković Samardžić Law offices

Nach der endgültigen Abweisung der eingereichten Beschwerde von dem zur RTL-Gruppe gehörenden Sender RTL TV d.o.o. Belgrad (RTL TV) gegen die Entscheidung der Republička radiodifuzna agencija (Serbische Rundfunkbehörde - RRA), wonach RTL TV eine landesweite Fernsehlizenz für Serbien verweigert worden war (siehe IRIS 2008-8:17), hat die RTL-Gruppe beschlossen, einen anderen Weg für den Eintritt in den serbischen Markt zu beschreiten.

Laut einer von einem Mitglied des Rats der RRA am 9. November 2008 abgegebenen Erklärung hat die RRA im Grundsatz die Übernahme von 49 Prozent des nationalen Fernsehsenders TV Avala durch RTL TV genehmigt.

Diese Entscheidung der RRA hat bei serbischen Medienexperten und Interessengruppen für viel Aufregung gesorgt, im Wesentlichen weil die Behörde mit ihrer Verweigerung einer nationalen Sendelizenz für RTL TV letztendlich RTL gezwungen hat, (angeblich) rund EUR 40 Millionen für eine Beteiligung an einem Unternehmen mit einer entsprechenden Lizenz auszugeben; Geld, das nun nicht dem Staat, sondern den Anteilseignern von TV Avala zugutekommt. Des Weiteren sollen einige der Änderungen des Rundfunkgesetzes von 2002, wonach die Lizenz unabhängig vom Programmangebot ausgeschrieben wurde, nun in einem anderen Licht erscheinen.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass sich die öffentliche Kritik in keiner Weise gegen die RTL-Gruppe richtet, die mehrfach versucht hatte, auf regulärem Wege in den serbischen Markt einzusteigen. Kritisiert werden vielmehr die lokalen Akteure, die RTL zum Weg der Übernahme gezwungen und so nur die Vermehrung des Reichtums einiger lokaler Großindustrieller bewirkt haben.

Referenzen
Press release EN
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=11500
 
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