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IRIS 2007-8:18/30

Rumänien

Berichterstattung zur Hitzewelle und zum Klimawandel

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Mariana Stoican

Radio Romania International

Die anhaltende Dürre und die Hitzewelle des Sommers 2007 in Rumänien waren für die Consiliul Naţional al Audiovizualului (die audiovisuelle Aufsichtsbehörde in Rumänien- CNA) Anlass genug, die Art und Weise zu begutachten, in der die Rundfunkveranstalter ihre Berichte über die schwierigen Klimabedingungen, die außergewöhnliche Hitze, die lang anhaltende Dürre sowie die vereinzelten heftigen Stürme und über andere negative Auswirkungen des Klimawandels gestalteten. Dabei stellte der CNA fest, dass die Mehrheit der Rundfunkanbieter „leider nicht der Versuchung widerstanden haben, innerhalb der Nachrichtensendungen den Ernst der Lage und das Ausmaß der negativen Auswirkungen des Klimas auf die Gesundheit der Bürger und deren Eigentum zu übertreiben“.

In einer zu diesem Thema am 18. Juli 2007 an die elektronischen Medien in Rumänien gerichteten Empfehlung wird die Tendenz „zur Katastrophen- und Sensationsberichterstattung und die Übertreibungslust“ vieler audiovisueller Medien kritisiert und „ein öffentlicher Aufruf an alle Rundfunkanbieter“ erlassen, die rechtlichen und berufsethischen Pflichten einzuhalten, die aus der Legea audiovizualului (Audiovisuellen Gesetz)sowie dem Codul de reglementare a conţinutului audiovizual (CNA-Regelungskodex audiovisueller Inhalte) erwachsen.

So sollte die korrekte Information der Bevölkerung über eventuell drohende Gefahren durch ungewöhnliche meteorologische Phänomene bzw. über vorgefallene Unfälle mit möglichen negativen sozioökonomischen oder umweltschädigenden Auswirkungen gewährleistet werden. Die Bürger sollten sachlich über alle vorbeugenden und Bekämpfungsmaßnahmen informiert werden, die dazu bestimmt sind, die sozialen, ökonomischen und ökologischen Folgen derartiger Naturerscheinungen oder Unfälle zu beseitigen. Vor der Ausstrahlung von Meldungen, die in den Reihen der Bevölkerung Panik auslösen könnten, müssen die aus eigenen oder anderweitigen Quellen erhaltenen Informationen mit den Meldungen verglichen werden, die von den zuständigen Behörden stammen; sollten sich die einzelnen Versionen wesentlich unterscheiden, so sind die Rundfunkanbieter per Gesetz verpflichtet, auch die aus offiziellen Quellen stammenden Informationen zu veröffentlichen.

Abschließend wird in der Empfehlung vom 18. Juli präzisiert, dass „die audiovisuelle Aufsichtsbehörde, CNA, die Art und Weise, in der die Rundfunkanbieter ihren diesbezüglichen Pflichten nachkommen, auch in Zukunft strengstens überwachen und notfalls zu rechtlichen Strafmaßnahmen greifen“ werde, sollten diese Vorschriften verletzt werden.

Referenzen
Recomandarea CNA din 18 iulie 2007 RO
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=10896
 
  Empfehlung des CNA vom 18. Juli 2007