OBS IRIS Merlin
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IRIS 2004-2:4/7

Europäische Kommission

Vorläufige Einigung über Senderechte für erste englische Fußballliga

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Sabina Gorini

Institut für Informationsrecht (IViR), Universität Amsterdam

Am 16. Dezember 2003 erklärte die Europäische Kommission, dass sie mit der Football Association Premier League (englischer Ligaverband - FAPL) und dem größten britischen Pay-TV-Betreiber BSkyB eine vorläufige Einigung über die Vergabe der Medienrechte für die Premier League (erste englische Fußballliga) erzielt habe.

Die Kommission begann mit ihren Untersuchungen zur gemeinsamen Vermarktung der Medienrechte für die Premier League im Juni 2001, und im Dezember 2002 wies sie die FAPL in einer Mitteilung darauf hin, dass die Vermarktungsvereinbarungen wettbewerbswidrig seien, da sie zum Schaden der Fans nur wenig Wettbewerb auf den Fernsehmärkten ermöglichten und die Medienberichterstattung über die Spiele einschränkten (siehe IRIS 2003-2:5).

Die Kommission erklärt, dass einige Verbesserungen bereits bei der Neuvergabe eingetreten sind, die letzten Sommer mit dem erneuten Erwerb der Rechte durch BSkyB (der schon jahrelang die Exklusivrechte an den Spielen hatte) abgeschlossen wurde. Insgesamt gab es eine deutliche Erhöhung der Anzahl der Rechte, die zur Verfügung gestellt wurden. Die Anzahl der live übertragenen Spiele in Großbritannien steigt zum Beispiel von 106 auf 138 pro Saison. Auch die Rechte für die Übertragung per Handy, die Internetrechte und die Rechte der vereinseigenen Programme wurden verbessert.

Die im Dezember getroffenen Vereinbarungen werden weitere Änderungen mit sich bringen, die in zwei Etappen erfolgen werden. Vor allem BSkyB hat zugesagt, mit Beginn der Saison 2004­2005 bis zu acht Erstliga-Spitzenspiele pro Saison in Unterlizenz an ein anderes Rundfunkunternehmen zu vergeben. Zweitens hat die FAPL zugestimmt, bei der Neuvergabe 2006 ein neues System für den Verkauf der Rechte einzuführen. Nach dem neuen System sollen ausgewogene Rechtepakete für die Spiele eingeführt werden, und kein Fernsehanbieter wird sämtliche Pakete erwerben dürfen. So werden zumindest zwei Rundfunkanstalten Zugang zu den Rechten an der Live-Übertragung der Erstligaspiele haben. Die Durchführung der Auktionen wird von der Kommission und der Premier League gemeinsam überwacht, um sicherzustellen, dass kein Wettbewerber ausgeschlossen wird.

Ein Ergebnis dieser Vereinbarungen ist, dass das frei empfangbare Fernsehen erstmalig eine echte Chance hat, Spiele der ersten Liga live zu übertragen.

Referenzen
"Commission reaches provisional agreement with FA Premier League and BSkyB over football rights", Press Release of the European Commission IP/03/1748 of 16 December 2003 EN
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=14779
 
  „Probleme der Vergabe der Senderechte für erste englische Fußball-Liga vorläufig gelöst", Pressemitteilung der Europäischen Kommission IP/03/1748 vom 16. Dezember 2003 FR
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=14780
  DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=14781