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IRIS 2004-10:7/12

Schweiz

Neue Regeln für den Schweizer Filmpreis

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Patrice Aubry

Westschweizer Fernsehen und Radio, Genf

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat am 30. September 2004 eine Verordnung über die Ausschreibung des Schweizer Filmpreises erlassen. Diese Verordnung regelt insbesondere die Zulassungsbedingungen, das Nominierungsverfahren für Personen und Filme sowie die Ernennung der Preisträger. Der Schweizer Filmpreis wurde 1998 gemeinsam vom Bundesamt für Kultur (BAK), dem internationalen Filmfestival von Locarno, den Filmtagen Solothurn, dem internationalen Filmfestival von Nyon “Vision du réel", der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG-SSR idée suisse) und dem Schweizerischen Filmzentrum (Swiss Films) ins Leben gerufen. Seit Anfang 2004 ist das Bundesamt für Kultur alleine für diesen Preis zuständig.

Der Schweizer Filmpreis geht auf Artikel 7 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 2001 über Filmproduktion und Filmkultur zurück (siehe IRIS 2002-2:12 und IRIS 2002-8:12), wonach die Schweizerische Eidgenossenschaft herausragende Leistungen in der Filmproduktion und Filmkultur mit Preisen und auf andere Weise auszeichnen kann. Gemäß Artikel 2 der Verordnung des EDI vom 30. September 2004 verfolgt der Filmpreis das Ziel, herausragende Schweizer Filme zu belohnen sowie die Medien und ein breites Publikum für das schweizerische Filmschaffen zu sensibilisieren. Zum Wettbewerb zugelassen sind Schweizer Filme und anerkannte Koproduktionen von einer Regisseurin oder einem Regisseur mit schweizerischer Nationalität oder mit Wohnsitz in der Schweiz. Die Filme dürfen allerdings nur eingereicht werden, wenn sie entweder für ein Filmfestival in der Schweiz bzw. im Ausland selektioniert oder in einem Kino in der Schweiz ausgewertet wurden.

Fernsehfilme unabhängiger Regisseure können ebenfalls für einen Preis nominiert werden, wenn sie in einem Kino in der Schweiz ausgewertet wurden. Schließlich können sich Schauspieler mit schweizerischer Nationalität oder mit Wohnsitz in der Schweiz auch an dem Wettbewerb beteiligen.

Der Schweizer Filmpreis wird jedes Jahr vom BAK ausgelobt. Das Bundesamt hat in einer Verfügung vom 1. Oktober 2004 die Regeln für den Filmpreis 2005 festgelegt. Diese Verfügung nennt die verschiedenen Kategorien sowie die Preissummen für die nominierten Filme und für die Gewinner. Die Verfügung nennt ebenfalls die Teilnahmebedingungen. Der Schweizer Filmpreis 2005 wird in sieben Kategorien verliehen: Bester Spielfilm, Bester Dokumentarfilm, Bester Kurzfilm, Bester Trickfilm, Beste Hauptrolle, Beste Nebenrolle und schließlich der Preis der Jury für einen herausragenden künstlerischen Beitrag. Laut Artikel 11 der Verordnung des EDI vom 30. September 2004 werden die Preise für die ausgezeichneten Filme ­ vorbehaltlich einer anderen Abmachung ­ je zur Hälfte an den Produzenten und an den Regisseur ausbezahlt.