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IRIS 2003-1:4/6

Rat der Europäischen Union: Genehmigung des Entschließungsentwurfs zu interaktiven Medieninhalten

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Nynke Hendriks

Institut für Informationsrecht (IViR), Universität Amsterdam

Am 11. November 2002 hat der Rat der Europäischen Union den Entschließungsentwurf zu interaktiven Medieninhalten in Europa genehmigt. Der Entschließungsentwurf wird bei der nächsten Ratssitzung ohne weitere Aussprache formal verabschiedet.

Die Förderung interaktiver Medieninhalte zählt - wie die Etablierung der Europäischen Union als dynamische wissensbasierte Wirtschaftsmacht und die Entwicklung kultureller und kreativer Industrien innerhalb der Europäischen Union - zu den allgemeineren Zielen des Rates.

Der Rat unterstreicht die Wichtigkeit der Gewährleistung der Qualität von interaktiven Medieninhalten durch die Kombination von künstlerischer Freiheit und Innovation mit kultureller und sprachlicher Vielfalt. Qualitativ hochwertige Inhalte sind auch Bestandteil des industriepolitischen Ziels der EU, bei interaktiven Medieninhalten einen angemessenen Marktanteil zu erzielen. Dieser Markt bietet sowohl dem öffentlichen als auch dem privaten Sektor diverse kulturelle und medienpolitische Chancen. Doch trotz des beachtlichen Potenzials stehen die Investitionen und Umsätze erst am Anfang. Daher wird empfohlen, Finanzmittel für die Entwicklung kreativer interaktiver Medieninhalte bereitzustellen. Weitere Mittel zur Förderung dieses Marktes sind die Entwicklung eines europäischen Netzwerks einschlägiger Fachleute und der Vertrieb und die Vermarktung europäischer interaktiver Inhalte.

Der Entschließungsentwurf hält daher die EU-Mitgliedstaaten dazu an, die Aufmerksamkeit auf die Vielfalt der Möglichkeiten für die Entwicklung dieses Potenzials zu lenken, zum Beispiel durch das Sammeln von Informationen und Erfahrungen im Bereich der Produktion interaktiver Medieninhalte und durch Überlegungen, wie diese Inhalte für die Förderung und Verbreitung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt in Europa verbreitet werden können. Nationale Maßnahmen, Erfahrungen und Netzwerke können die Entwicklung und den Vertrieb hochwertiger interaktiver Medieninhalte verbessern. Der Schutz der (jungen) Verbraucher muss jederzeit gewährleistet sein.

Der wachsende Markt für interaktive Medieninhalte hält breit gefächerte kulturelle, sprachliche und wirtschaftliche Herausforderungen für den öffentlichen und den privaten Sektor der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und für die Gemeinschaft als Ganzes bereit. Neben den Mitgliedstaaten ist auch die Kommission durch den Entschließungsentwurf aufgefordert, diesen Herausforderungen auf europäischer Ebene Rechnung zu tragen, um bei Bedarf mögliche Maßnahmen der Gemeinschaft zur Gewährleistung der kulturellen Vielfalt der Inhalte und der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Marktes zu initiieren.

Referenzen
2461st Council Meeting (Education, Youth and Culture), Brussels, 11/12 November 2002 EN
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=14509
 
  2461st Council Meeting (Education, Youth and Culture) (2461. Sitzung des Rates [Bildung, Jugend und Kultur]), Brüssel, 11./12. November 2002 FR
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=14510
  DE
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=14511