OBS IRIS Merlin
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IRIS 2000-2:8/15

Irland

Verbot von Filmen und Aufhebung von Verboten

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Marie McGonagle

Faculty of Law, National University of Ireland, Galway

Die Filmzensur in Irland, die für ihre Verbote und Kürzungen von Tausenden von Filmen bis in die beginnenden 70er Jahre berüchtigt war, war in den letzten Jahren weniger rigoros und daher weniger strittig. Verbote von Filmen wie Natural Born Killers 1994 und Showgirls 1995 wurden zur Ausnahme. Ende 1999 wurde die Freigabe des dänischen Videofilms "Die Idioten" mit der Begründung verboten, dass darin obszöne oder anstößige Szenen enthalten seien, die einen verderblichen und schädlichen Einfluß auf mögliche Zuschauer haben könnten (Video Recordings Act - Gesetz über Videoaufnahmen 1989, Abschn. 3).

Ebenfalls 1999 wurde hingegen der Film A Clockwork Orange nach 26 Jahren für die Kinovorführung freigegeben. Der Film, der 1973 verboten worden war, wurde ohne Kürzungen ab 18 Jahren freigegeben. In Übereinstimmung mit den Filmzensurgesetzen hätte er bereits 1980, d. h. sieben Jahre Fakultät, nach Verhängung des Verbots, den Filmzensoren wieder vorNational gestellt werden können. Mittlerweile hatte jedoch der Regisseur, Stanley Kubrick, selbst den Film mit einem Verbot Galway belegt, nachdem es im Vereinigten Königreich jahrelang Kontroversen und Vorwürfe, der Film habe zu Nachahmungstaten geführt, gegeben hatte. Da Großbritannien und Irland einen gemeinsamen Markt für Filmvermarktung darstellen, erstreckte sich das von Kubrick selbst auferlegte Verbot auch auf Irland. Nach dessen Tod im letzten Jahr haben die Filmverleiher Warner Brothers die Wiederfreigabe vereinbart.

Einige Monate zuvor wurde der britische Gangsterfilm Get Carter, der in Irland 1971 verboten worden war, zum ersten Mal im Kino gezeigt, obwohl er bereits einige Zeit davor auf Video veröffentlicht worden war und auch schon im britischen Fernsehen zu sehen war, das man in Irland empfangen kann.

Mittlerweile wurde eine der Empfehlungen der Strategischen Revisionsgruppe der Filmindustrie, die ihren Bericht im August 1999 vorgelegt hat (IRIS 1999-8:12), zurückgewiesen, in der es hieß, dass die Regierung eine Abgabe für Kinobesucher einführen sollte, um die irische Filmindustrie zu unterstützen. Die Steueranreize für Investitionen in Filme (Abschnitt 481 des Steuerkonsolidierungsgesetzes 1997) (IRIS 1999-8:12), die zu scheitern drohten, wurden jedoch im Haushalt für weitere fünf Jahre gesichert.