OBS IRIS Merlin
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IRIS 1995-7:12/36

Österreich

Appell des 'Internationalen Menschenrechts-Tribunals' gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und Transsexuellen in den Medien

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Gerhard Oberschlick

Publisher of FORUM

Vom 9. bis 12. Juni 1995 fand in Wien ein "Internationales Menschenrechts-Tribunal 50 Jahre Zweite Republik. 50 Jahre Unterdrückung von Lesben und Schwulen". statt. Sieben themenspezifische Senate in wechselnder, prominenter und sachkundiger Zusammensetzung hörten die Anklagen und Zeugenaussagen von Betroffenen, um sodann jeweils ihr Urteil zu sprechen. Den Vorsitz führten die Kandidatin für die Wahl des Bundespräsidenten 1986 (die damals gegen Kurt Waldheim unterlag) und Gründungsvorsitzende der Grünen im Parlament, Freda Meissner-Blau, sowie der Herausgeber von FORVM, Gerhard Oberschlick.

Die Autoren Heimrad Backer, Josef Haslinger und Doron Rabinovici, die Sexualtherapeutin und Publizistin Rotraud Perner, die Journalistin Trautl Brandstaller und die Psychologin Jutta Zinnecker, der em. Univ. Prof. für dogmatische Religionswissenschaftlen, Kurt Luthi, der Essayist Claus Tieber bildeten den Senat VII, Ö ffentlichkeit, des Tribunals.

Das Tribunal beschloß ein quasi gerichtsförmiges Urteil zu sprechen in dem entschieden wurde, daß auf staatlicher Ebene Abhilfe geschaffen werden sollte durch, u. a. Einfügung eines Anspruchs auf Entschädigung im Mediengesetz bei Verleumdung, Verspottung, Verhetzung und anderen Formen der Diskriminierung, der dem betroffenen Einzelnen eingeräumt wird; oder, falls dieser seinen Anspruch nicht wahrnimmt, für diejenige Gruppe oder Organisation, die massives Interesse an der Feststellung der betreffenden Form von Diskriminierung hat.

Referenzen
Urteil des “Internationalen Menschenrechts-Tribunals 50 Jahre Zweite Republik. 50 Jahre Unterdrückung von Lesben und Schwulen”/ VII. Öffentlichkeit und weitere Akten in deutscher Sprache bei FORVM, Internationale Zeitschrift für kulturelle Freiheit, politische Gleichheit und solidarische Arbeit.