OBS IRIS Merlin
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IRIS 1995-10:14/27

Vereinigtes Königreich

BBC antwortet auf Vorschläge der Regierung für den digitalen terrestrischen Rundfunk

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Tony Prosser

Universität Glasgow, School of Law

Im August 1995 gab die britische Regierung ihre Vorschläge für den digitalen terrestrischen Rundfunk bekannt (siehe IRIS Nr. 8, S. 13). Darauf hat die BBC nun geantwortet, sie sei aufgrund ihrer Produktionsmöglichkeiten und ihres Archivs in der richtigen Position, um als Katalysator zu wirken, Investoren und andere Diensteanbieter anzulocken und hochwertige britische Programme für die neuen Übertragungssysteme zu entwickeln. Dazu müsse die Regierung jedoch ein offenes digitales Umfeld schaffen, das den Diensteanbietern zu angemessenen und vernünftigen Bedingungen Zugriff auf bedingten Zugang und Teilnehmerdienste auf allen digitalen Übertragungssystemen gewährleistet, und weiterhin den universellen Zugang zu den gebührenfinanzierten Diensten der BBC garantieren. Sender und Senderkonsortien sollten direkt als Mehrfachbetreiber lizenziert werden, und für das digitale terrestrische Fernsehen solle ein einziger Standard für den bedingten Zugang entwickelt werden. Es solle eindeutig verlangt werden, daß Übertragungsbetreiber landesweit zu empfangen sind, und die Übertragung solle vom Angebot getrennt sein und der Erfordernis eines gemeinsamen Trägers unterliegen. Die politisch kontroverseste Forderung der BBC ist, daß ein Zeitplan für die Abschaltung der bestehenden analogen Übertragung aufgestellt werden solle. Der universelle Zugang zu gebührenfinanzierten Diensten der BBC solle dadurch garantiert werden, daß diese von kabelgestützten Systemen übertragen und von Satellitenempfangsboxen mit bedingtem Zugang angeboten werden müßten.

Referenzen
Britain's Digital Opportunity: The BBC's Response to the Government's Proposals for Digital Terrestrial Broadcasting.
  BBC, Antwort auf Vorschläge der Regierung für den digitalen terrestrischen Rundfunk.