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IRIS 1995-1:4/4

Europarat: Aufforderung an Mitgliedstaaten ihre Maßnahmen gegen die Piraterie bei akustischen und audiovisuellen Werken zu verstärken

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Ad van Loon

Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

In Europa ist heute eine Zunahme der sogenannten « audiovisuellen Piraterie » zu verzeichnen, wie die kommerzielle Zwecke verfolgende massive Vervielfältigung und illegale Weiterverbreitung von Audiokassetten und Cds, Videokassetten, Programm-Dekodern für das Fernsehen, Multimedia-Software und Videospielen und nicht zuletzt der gesetzwidrigen Weiterverbreitung von Fernsehprogrammen oder der öffentlichen Vorführung von Kinofilmen ohne entsprechende Genehmigung u.v.a.m. Der wirtschaftliche und ideelle Schaden, der daraus für die künstlerische Schöpfung und die Ton- bzw. audiovisuelle Industrie entsteht, ist beträchtlich.

Besorgt über das Ausmaß und die Internationalisierung dieses Phänomens hat das Ministerkomitee des Europarates am 13. Januar 1995 eine Empfehlung verabschiedet, in der seine Mitgliedstaaten dazu aufgefordert werden, ihre Maßnahmen gegen diese Form der Piraterie zu verstärken.

Die Empfehlung und ihr Anhang schlagen eine Reihe praktischer Schritte für die nationale Ebene sowie die internationale Zusammenarbeit vor. Sie unterstreichen ebenfalls die Notwendigkeit einer wirksamen Anwendung der vom Europarat in diesem Bereich bereits verabschiedeten Instrumente vor, insbesondere der Empfehlungen: Nr. R (88) 2 über die Maßnahmen der Bekämpfung der Piraterie im Bereich der Urheber- und verwandten Rechte; Nr. R (91) 14 über den rechtlichen Schutz der Dienste verschlüsselter Fernsehprogrammausstrahlungen und Nr. R (94) 3 über die Förderung der Aufklärung und Bewußtseinsbildung im Bereich der die künstlerische Schöpfung betreffenden Urheber- und verwandten Rechte.

Referenzen
Empfehlung Nr. R(95) 1 des Ministerkommittees an die Mitgliedstaaten über Maßnahmen gegen die Piraterie bei akustischen und audiovisuellen Werken, 13. Januar 1995.