OBS IRIS Merlin
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IRIS 1995-1:8/20

Frankreich

Berufungsgericht entscheidet über die journalistische Moral

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Ad van Loon

Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

Die aus dieser Entscheidung zu ziehenede Lektion ist klar: die Vorsichtspflicht der Journalisten unterliegen, zwingt sie eine Person nur dann mit einem Ereignis in Verbindung zu bringen, wenn die Beteiligung dieser Person einwandfrei erwiesen ist. Das Gericht hat dem Antrag der Witwe von Pierre Sergent auf Richtigstellung stattgegeben. Es wurde festgestellt, daß die Ehre und das Ansehen ihres verstorbenen Ehemannes durch die von TF1 in der Rubrik Nachruf ausgestrahlte Reportage, in der der Tod des Führers der OAS angekündigt wurde, verletzt worden sei: Die Bilder und die Kommentare brachten in der Tat Pierre Sergent mit dem gegen den Zug Paris-Straßburg verübten Attentat von 1961 in Verbindung, obwohl bei der Untersuchung nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte, ob es sich bei der Entgleisung um einen terroristischen Anschlag handelte.

Referenzen
Cour d'Appel de Versailles, Affaire Ns 237 du 18 mars 1994 Sergent et Le Lay contre TF1.
  Appelationsgerichtshof Versailles, Fall Nr. 237 vom 18. März 1994 Sergent und Le Lay gegen TF1.