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IRIS 1995-1:Extra

Griechenland

Urheberrechtsgesetz

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Athina Fragkouli

RIPE NCC, Amsterdam

Das griechische Gesetz 2121/1993 über das Urheberrecht, verwandte Schutzrechte und kulturelle Angelegenheiten trat im März 1993 in Kraft und ersetzte zwei Gesetze: eines aus dem Jahr 1909 über Bühnenwerke und eines aus dem Jahr 1920 über Urheberrechte im Allgemeinen.

Gesetz 2121/1993 sieht das absolute und exklusive Recht eines Urhebers über das von ihm geschaffene Werk vor. Darunter fallen sowohl das Verwertungsrecht (wirtschaftliches Recht) als auch das Urheberpersönlichkeitsrecht (moralisches Recht). Der Begriff „Werk“ wird so definiert, dass er jede persönliche geistige Schöpfung in jedweder Ausdrucksform umfasst, darunter auch Abänderungen anderer Werke und Sammlungen von Werken. Voraussetzung ist, dass die Auswahl bzw. Zusammenstellung solcher Sammlungen stellt eine Neuschöpfung dar. Durch die Umsetzung der Richtlinien 91/250/EWG und 96/9/EG wurde das Urheberschutzrecht auf Computerprogramme und Datenbanken erweitert.

Inhaber der wirtschaftlichen und moralischen Rechte an einem Werk ist dessen Urheber, ohne dass es eines weiteren Aktes bedarf. Die Verwertungsrechte können durch den Urheber übertragen werden, das Urheberpersönlichkeitsrecht verbleibt jedoch beim Urheber als Schöpfer des Werks und kann erst mit dessen Tod auf seine Erben übertragen werden.

Das griechische Urheberrechtsgesetz beschränkt das Verwertungsrecht des Urhebers, so dass eine Person auch ohne Einwilligung des Autors:

- das Werk für den Privatgebrauch vervielfältigen kann. Dem Gesetz entsprechend umfasst der Privatgebrauch nicht die Verwendung durch ein Unternehmen, eine Dienststelle oder eine Organisation;

- kurze Auszüge aus dem Werk zitieren darf, vorausgesetzt, der Name des Autors wird angegeben;

- das Werk in offiziellen Lehrbüchern und zu pädagogischen Zwecken sowie für eine gemeinnützige Bücherei oder ein Archiv vervielfältigen darf, wenn keine Ausgabe davon rasch erhältlich ist;

- ein Kinowerk von besonderem künstlerischem Wert vervielfältigen darf, wenn der Rechteinhaber seine Einwilligung zur Vervielfältigung missbräuchlich entzieht;

- ein Werk zu gerichtlichen bzw. Verwaltungszwecken und zur Information vervielfältigen darf;

- Bilder von Werken nutzen darf, die an öffentlichen Orten stehen, öffentliche Aufführungen oder Vorstellungen des Werks zu besonderen Anlässen durchführen darf und Werke der bildenden Kunst zu Museumszwecken aus- und vorstellen darf; und

- Werke zum Nutzen Blinder und Taubstummer vervielfältigen darf.

Die Schutzfrist für das Urheberrecht umfasst in Griechenland das ganze Leben des Urhebers und die siebzig Jahre nach dessen Tod.

Das Gesetz erwähnt auch die verwandten Schutzrechte des Urheberrechts, insbesondere die Rechte von darstellenden Künstlern, Herausgebern, Produzenten von Ton- und Bildaufzeichnungen und Rundfunkveranstaltern. Die Schutzfrist für verwandte Schutzrechte beträgt in Griechenland fünfzig Jahre ab dem Datum eines maßgeblichen, angegebenen Ereignisses.

Außerdem reguliert das Gesetz die Maßnahmen, die zum Vorbeugen von Urheberrechtsverletzungen ergriffen werden können, sowie die Sanktionen im Falle einer Verletzung, die sowohl zivil- als auch strafrechtlicher Natur sein können: Die Verletzung des Urheberrechts kann mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr und mit der Erhebung eines Bußgelds zwischen EUR 2,900 und EUR 15,000 geahndet werden.

Referenzen
Νόμος Υπ’ Αριθμόν 2121/93 περί πνευματικής ιδιοκτησίας, συγγενικών δικαιωμάτων και πολιτιστικών θεμάτων, ΦΕΚ Α' 25, 4 Μαρτίου 1993 EL
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12867
 
  Gesetz 2121/1993 über das Urheberrecht, verwandte Schutzrechte und kulturelle Angelegenheiten, griechisches Amtsblatt A-25/4 März 1993 EN
 http://merlin.obs.coe.int/redirect.php?id=12866